Menschen laufen mit Koffern am Stuttgarter Hauptbahnhof zu einem ICE (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Tom Weller)

Derzeit keine Annäherung in Sicht

Nach Ende des Bahnstreiks: Zugverkehr in BW läuft wieder an

STAND

In der Nacht ist der Streik der Lokführergewerkschaft GDL zu Ende gegangen. Der Zugverkehr in BW läuft laut Bahn weitgehend normal an.

Pendler und Reisende können nach dem Ende des Bahnstreiks aufatmen. In Baden-Württemberg ist der Zugverkehr am Dienstagmorgen nach Bahnangaben weitgehend normal angelaufen. Das gelte für den Fern- und den Regionalverkehr. Auch die S-Bahnen in Stuttgart verkehren planmäßig. Vereinzelt kann es demnach aber noch zu Einschränkungen kommen. Die Bahn rät Reisenden, sich vor Fahrtantritt über die Webseite, die App oder telefonisch zu informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt.

Streik brachte große Einschränkungen

Der Personenverkehr war in Deutschland wegen des Streiks seit Donnerstagfrüh stark eingeschränkt, der Güterverkehr seit Mittwochnachmittag. Es war der dritte Ausstand im aktuellen Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL. Zum ersten Mal hatte sich der Streik über ein ganzes Wochenende gezogen. Die Bahn hatte nach eigenen Angaben über das Wochenende jeden dritten Fernzug planmäßig fahren lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr war danach bundesweit ein Grundangebot von 40 Prozent der Züge unterwegs.

Allerdings hat die Gewerkschaft schon gezeigt, dass es noch länger geht: 127 Stunden im Personenverkehr und 138 Stunden im Güterverkehr dauerte die bislang längste Arbeitskampfrunde der GDL in einem Tarifkonflikt. Das war im Mai 2015. Erst zwei Monate später kam in einer Schlichtung ein Tarifvertrag zustande. Der nun beendete Streik dauerte 120 im Personen- und 129 Stunden im Güterverkehr. Er ist damit der zweitlängste in der Geschichte der Deutschen Bahn.

GDL wartet auf neues Angebot der Bahn

In dem Tarifstreit ist derzeit keine Annäherung in Sicht. GDL-Chef Claus Weselsky sagte am Montag bei einer Kundgebung seiner Gewerkschaft in Berlin: "Nach dem Streik ist vor dem Streik."

Mit der fünftägigen Arbeitsniederlegung wollte die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Zuletzt bot die Deutsche Bahn eine Laufzeit von 36 Monaten an, sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro. Das lehnte die Lokführergewerkschaft GDL ab.

Bahn scheitert vor Gericht

Nachdem GDL-Chef Weselsky diese Offerte abgelehnt hatte, versuchte die Bahn, noch vor dem Wochenende das Ende des Ausstands mit juristischen Mitteln herbeizuführen. Der Konzern scheiterte damit aber vor dem Arbeitsgericht Frankfurt/Main sowie in zweiter und letzter Instanz vor dem hessischen Landesarbeitsgericht.

Demonstration der GDL in Karlsruhe

Am Montagnachmittag demonstrierten rund 120 Mitglieder der Lokführergewerkschaft in Karlsruhe. Sie zogen vom Schloss zum Marktplatz und machten auf Transparenten erneut ihre Forderungen im Tarifstreit deutlich. Die Gewerkschaftsführung zeigte sich in Karlsruhe sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Arbeitskampfes.

Gewerkschaft GDL demonstriert vor dem Karlsruher Schloss. (Foto: SWR)
Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL demonstrieren für ihre Forderungen im Tarifstreit mit der Bahn vor dem Karlsruher Schloss.

Mehr zum Thema:

Bahn scheitert erneut vor Gericht Bahnstreik sorgt zum Ende der Arbeitswoche in Baden-Württemberg für Ausfälle

Der Streik der GDL sorgt in Baden-Württemberg für Zugausfälle und Verspätungen. Wer für das Wochenende eine Reise plane, sei gut beraten, diese zu verschieben, appelliert die Bahn.  mehr...

Baden-Württemberg

Bahnstreik der Lokführergewerkschaft Kommentar: "Geht's noch, GDL?"

Die Deutsche Bahn hat der GDL ein neues Angebot unterbreitet, um den Streik abzuwenden. Doch die lässt sich nicht beirren. Ein Kommentar von SWR Wirtschaftsredakteur Lutz Heyser.  mehr...

Karlsruhe

Streiken für bessere Bezahlung Lokführer demonstrieren in Karlsruhe vor dem Schloss

Die GDL will früher mehr Geld als die Bahn es vorschlägt - deshalb streiken die Mitglieder. In Karlsruhe haben Bahnmitarbeitende für ihre Anliegen demonstriert.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR