Ein Reisender öffnet die Tür einer S-Bahn. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Karmann)

Bahn scheitert erneut vor Gericht

Bahnstreik sorgt zum Ende der Arbeitswoche in Baden-Württemberg für Ausfälle

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Der Streik der GDL sorgt in Baden-Württemberg für Zugausfälle und Verspätungen. Wer für das Wochenende eine Reise plane, sei gut beraten, diese zu verschieben, appelliert die Bahn.

Der Bahnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat zum Ende der Arbeitswoche auch in Baden-Württemberg zu weiteren Zugausfällen und Verspätungen geführt. An den Bahnhöfen war am Freitag deutlich weniger los als zu normalen Zeiten - Zehntausende Pendler hatten offenbar umgeplant, ganz auf Fahrten verzichtet oder auf Alternativen wie Autos zurückgegriffen.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Stuttgart sagte, die Situation an den Bahnhöfen sei verhältnismäßig entspannt gewesen. Man habe den Zugbetrieb mit einem ausgedünnten Notfahrplan zumindest in Teilen aufrechterhalten können. Der Vizechef des GDL-Bezirks Süd-West, Jens-Peter Lück, sagte, Schwerpunkte des Ausstands in Baden-Württemberg seien erneut Ballungsräume wie Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim oder Heidelberg gewesen. Dort seien die Streiks wegen eines normalerweise eng getakteten Nahverkehrs am deutlichsten zu spüren gewesen.

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Bahn rät zur Vermeidung von Fahrten am Wochenende

Im Regionalverkehr will die Bahn in den Streiktagen etwa 40 Prozent der regulären Verbindungen auf die Strecke bringen - allerdings gebe es regional Abweichungen von diesem Durchschnittswert, betonte die Bahnsprecherin. Im Fernverkehr fuhr am Freitag nach Bahnangaben rund jeder vierte Zug, für das Wochenende rechnet das Unternehmen hier mit einer leichten Ausweitung des Fahrplanangebots auf 30 Prozent. Reisende müssten aber mit Einschränkungen und vollen Zügen rechnen. Kunden seien daher gut beraten, Reisen zu verschieben.

Mitbewerber profitieren von Streik

Von den Streiks profitiert aktuell die Konkurrenz der Bahn. So verzeichnen zum Beispiel die Mitfahrplattform Blablacar oder der Autovermieter Sixt mehr Nachfrage. Auch die Lufthansa und ihre Billigtochter Eurowings haben das Flugangebot aufgestockt. Im Schienen-Fernverkehr von Flixtrain hat sich die Nachfrage nach Unternehmensangaben fast verdreifacht. Flixtrain sowie regionale Bahnanbieter wie Go Ahead und Abellio im Regionalverkehr sind vom Streik nicht betroffen.

Bahn scheitert erneut vor Gericht

Das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt teilte am Freitag mit, es habe die Berufung der Deutschen Bahn zurückgewiesen, mit der der Staatskonzern den Arbeitskampf der Gewerkschaft GDL stoppen wollte. Die Bahn scheiterte am Donnerstag in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Frankfurt mit dem Antrag, den Streik zu stoppen.

Der bundesweite Ausstand der Lokomotivführer im Personenverkehr hatte am Donnerstag um 2 Uhr begonnen. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

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