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Im vergangenen Jahr mussten Badeseen in Baden-Württemberg gesperrt werden. Corona-Regeln wurden ignoriert - es waren einfach zu viele Besucher. Wird es dieses Jahr anders?

Am Wochenende klettern die Temperaturen in die Höhe - laut Deutschem Wetterdienst können sich die Menschen in Baden-Württemberg auf "Sonne satt" freuen. Knapp 30 Grad seien am Oberrhein möglich. Vielen dürften bei so viel Sonne eine Abkühlung in einem der zahlreichen Badeseen suchen. Im vergangenen Jahr war es deswegen sogar zu Verkehrschaos gekommen. Manche Seen mussten gesperrt werden, auch weil Politiker befürchteten, die völlig überfüllten Seen würden zu Corona-Hotspots werden.

Rückblick: So war die Situation im vergangenen Jahr - unser Fernsehbeitrag vom 10. August 2020:

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Nach Chaos im letzten Jahr - "sind auf alles vorbereitet"

"Wir sind auf alles vorbereitet, wenn zu viele kommen", sagte Andreas Schaffer, parteiloser Bürgermeister von Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis). Dort lockt ein Natursee Badefreunde an. Im vergangenen Jahr sei der See im von Gästen aus Stuttgart und Ludwigsburg überrannt worden, sagte Schaffer. Es habe Verkehrsprobleme gegeben, die schließlich die Polizei geregelt habe. Solche Zustände befürchtet er an diesem Wochenende noch nicht. Im Ernstfall werde der Parkplatz gesperrt. Samstag und Sonntag sei ein ehrenamtlicher Ordner am See unterwegs und prüfe, ob die Abstände von 1,5 Metern sowie am Kiosk und an den Toiletten die Maskenpflicht eingehalten werden.

Kreis Heilbronn: Gemeinden raten vom Baden ab

Der Wasserverband Zaber und die Gemeinden Pfaffenhofen und Zaberfeld (beide Kreis Heilbronn) raten von einem Besuch der Badeseen Ehmetsklinge und Katzenbachsee dagegen ab. Im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass bei zu starken Besuchermassen die laut Corona-Verordnung vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden könnten, so die Gemeinden in einer Mitteilung. Auch die Parkkapazitäten an den Seen seien begrenzt. Als Ersatz könnten die Angebote der Freibäder genutzt werden, hier seien noch Kontingente frei, hieß es.

Beim Badesee in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) seien durch den Online-Ticketverkauf infektionsträchtige Warteschlangen ausgeschlossen, so die Gemeinde. Täglich gäbe es dort 500 Online-Tickets und zusätzliche Saisonkarten. Wo sich vor der Corona-Pandemie mehr als 10.000 Badegäste tummelten, dürfen es derzeit nur 3.500 sein. Für jeden Gast seien zehn Quadratmeter Fläche vorgesehen, wie Hauptamtsleiter Julien Christof erläuterte.

Viel Spaß beim Baden (Foto: SWR)
In Heddesheim will man mit einem Ticketverkauf den Besucherandrang bremsen (Archivfoto).

"Stadtstrand" Heidelberg öffnet

Auch in Heidelberg hat man sich auf das sonnige Wochenende vorbereitet. Der Verein "Neckar Orte" schüttete mit 55 Tonnen Sand den "Stadtstrand" auf. Am Sonntag solle die dazugehörige Strandbar eröffnet werden, so der Verein, der den Strand betreibt. Ziel der Aktion sei, die Stadt näher an den Fluss zu bringen, sowie Orte am Neckarufer zu entdecken und nutzbar zu machen.

Ob die Badesaison in diesem Jahr anders verläuft, bleibt abzuwarten. Am Breitenauer See in Heilbronn, der im Juli vergangenen Jahres nach enormem Besucherandrang mit zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln gesperrt wurde, ist aktuell jedenfalls kein Baden möglich. Aufgrund einer gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfung wurde das Wasser aus dem zum Hochwasserschutz angelegten Becken abgelassen. Auch im kommenden Jahr ist wegen der Sanierungsarbeiten kaum mit einer Badesaison zu rechnen.

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