ine Wasserhose fegt vor Friedrichshafen über den Bodensee. Gleich zwei Tornados sind am Wochenende über dem Bodensee gesichtet worden. Solche Wasserhosen bilden sich über deutschen Seen zwar immer wieder, durch den Klimawandel könnten sie aber stärker werden. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Erderwärmung noch schneller als gedacht

Umweltministerin besorgt wegen Klimabericht: "Klimawandel trifft auch Baden-Württemberg"

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Baden-Württembergs Umweltministerin Walker nennt den aktuellen Bericht des Weltklimarats einen Mahnruf. Es müsse jetzt gehandelt werden.

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat besorgt auf den aktuellen Bericht des Weltklimarats IPPC reagiert. Demnach droht bereits bis zum Jahr 2030 eine Erderwärmung um 1,5 Grad - zehn Jahre früher als bisher prognostiziert. Walker sprach von einer unmissverständlichen Mahnschrift und einem Weckruf - auch für Baden-Württemberg.

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"Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Gefahr mehr, er trifft auch Baden-Württemberg und Deutschland in immer kürzeren Abständen und verändert das Leben aller Menschen." Das zeigten die jüngsten Überschwemmungen in Deutschland, aber auch die Hitzetoten in Kanada sowie die verheerenden Waldbrände in der Türkei und Griechenland. Walker forderte Maßnahmen gegen den Klimawandel einzuleiten, etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.

"Die Zeit der schönen, folgenlosen Sonntagsreden ist vorbei. Es geht um nichts geringeres, als dass unsere Kinder und Enkel noch einen lebensfähigen Planeten vorfinden."

Kritische Marke bereits 2030 erreicht

Der Weltklimarat IPCC warnt im ersten Teil seines neuen Sachstandsberichts vor einer deutlich rascheren globalen Erwärmung. Diese schreite schneller voran, als bislang angenommen. Die Erde werde sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits bis 2030 um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen - und damit zehn Jahre früher als noch 2018 prognostiziert.

In der Folge werde es häufiger zu extremen Wetterphänomenen kommen - wie extreme Hitzewellen, Tropenstürme oder Starkregen. Das sei selbst dann der Fall, wenn es gelinge, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Der Anstieg der Meeresspiegel sei bereits jetzt unumkehrbar und werde noch hunderte Jahre andauern, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Bericht weiter. Was bisher als Jahrhundertflut galt, könnte somit in etwa 80 Jahren schon jährlich eintreten.

Klimaaktivistin Neubauer: "Menschheitsmoment"

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, für die Menschheit bedeuteten diese Prognosen "Alarmstufe Rot". Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach angesichts des Berichts von einem "Menschheitsmoment". Sie forderte die Regierungen auf, mit dem verantwortungslosen Befeuern der Klimakrise aufzuzuhören und das fossile Zeitalter schnell und radikal zu beenden. Noch könne man die schlimmsten Katastrophen verhindern und das Klima langfristig bei etwa 1,5 Grad stabilisieren. "Wir müssen jetzt mutig sein, die Welt steht auf der Kippe", so Neubauer.

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