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Wer seinen zweiten Impftermin nicht wahrnimmt, ohne ihn abzusagen, könnte an den entstandenen Kosten beteiligt werden. Das will BW-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) prüfen.

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Die Landesregierung will ein härteres Vorgehen gegen sogenannte Impfschwänzer prüfen - also gegen Menschen, die einen vereinbarten Corona-Impftermin nicht wahrnehmen und auch nicht absagen. "Das ist unsolidarisch und unverantwortlich gegenüber denen, die geimpft werden wollen", sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

Sollten Impfschwänzer für entstandene Kosten aufkommen?

Der Aufwand, um die gesetzlichen Grundlagen für eine Bestrafung zu schaffen, sei gigantisch. Darum müsse sich der Bund kümmern, sagte Kretschmann. Die Landesregierung werde aber prüfen, ob Impfschwänzer für entstandene Kosten nicht ersatzpflichtig seien - insbesondere, wenn Impfstoff gegen das Coronavirus vernichtet werden müsse.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) sprach von einem geschätzten Anteil von zwei bis fünf Prozent an Menschen, die in den vergangenen Wochen zum zweiten Impftermin einfach nicht erschienen seien.

Lucha: 2-5 Prozent erscheinen nicht zum zweiten Impftermin

Beide warben dafür, Impfstoff auch bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren einzusetzen. Die negativen Folgen einer Erkrankung seien in dieser Altersgruppe weit schwerwiegender als mögliche Nebenfolgen einer Impfung, sagte der Ministerpräsident.

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