Der Pavillon von Baden-Württemberg auf der Weltausstellung Expo in Dubai (Foto: Pressestelle, ©️ CAPTALIN MARIN)

Nach starker Kritik wegen Finanzierung

Baden-Württemberg-Pavillon auf der Expo in Dubai eröffnet

STAND

Der Pavillon ist fünfmal teurer geworden als geplant - am Sonntag wurde er nun auf der Weltausstellung eröffnet. Baden-Württemberg ist als einziges deutsches Bundesland vertreten.

Ursprünglich hätte die Expo in Dubai schon vor einem Jahr eröffnet werden sollen. Doch die Corona-Pandemie hat auch ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dafür soll die Weltausstellung jetzt starten. Mit dabei ist als einziges Bundesland aus Deutschland Baden-Württemberg - und zwar mit einem Pavillon, der heiß diskutiert wurde.

Video herunterladen (9,7 MB | MP4)

Hoffmeister-Kraut: Projekt ist herausragende Gelegenheit

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) ist trotz der Kostensteigerung überzeugt von dem Projekt: "Dass wir als einzige Region im Kreise von mehr als 190 Nationen mit einem eigenen Pavillon auf der Expo vertreten sind, ist eine herausragende Gelegenheit und ein Meilenstein in der globalen Präsenz unseres Landes," sagte Hoffmeister-Kraut bei der Eröffnung in Dubai am Sonntag. Sie sei dankbar, dass alle Projektpartner geholfen hätten, das Bundesland von der besten Seite zu präsentieren. Das vielfältige Programm mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt sei eine großartige Chance, sich international zu vernetzen, so die Ministerin.

"Wir werden den Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt mit unserem eindrucksvollen Pavillon zeigen, wie innovativ, vielfältig und attraktiv Baden-Württemberg ist."

Außerdem habe die Vertretung des Landes auf der Weltausstellung in Dubau eine breite demokratische Legitimierung, so die Ministerin gegenüber dem SWR: 

Trachten in der Wüste Dubais

Auch der Direktor des Baden-Württemberg-Hauses, Ulrich Kromer, ist zufrieden: Endlich konnte der Pavillon eröffnet werden. 190 Länder und eben ein Ländle bekommen auf der Expo in Dubai Besuch von der Welt. Im Pavillon kann man zum Beispiel die Schönheit der Trachten aus dem Schwarzwald betrachten oder sich über eine deutsche Technik informieren, über die man mit Flugdrachen Windenergie nutzen kann. Kromer sagte, das Engagement auf der Expo bringe zunächst einmal einen Bekanntheitsgrad und ein Image. Es werde sich außerdem "im intellektuellen Austausch über Baden-Württemberg" und im Tourismus widerspiegeln. Und auch die Wirtschaft werde profitieren.

Der Pavillon von Baden-Württemberg auf der Weltausstellung Expo in Dubai (Foto: Pressestelle, ©️ CAPTALIN MARIN)
Der Pavillon von Baden-Württemberg auf der Weltausstellung Expo in Dubai. Ursprünglich war er als Projekt aus der Wirtschaft gedacht, um sich der Welt als Standort zu präsentieren. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Aber dann zogen Sponsoren ihre Zusagen zurück. Weil Verträge unklar ausgestaltet waren, musste das Land einspringen - und für eine Kostensteigerung von drei auf mehr als 15 Millionen Euro aufkommen. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Das Konzept des Pavillons wurde überarbeitet. Das Baden-Württemberg-Haus soll laut Wirtschaftsministerium den Innovations-, Wirtschafts-, Forschungs-, Tourismus- und Kulturstandort Baden-Württemberg repräsentieren. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Jetzt ist der Pavillon fertig und vor allem durch seine Architektur ein Hingucker. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Die Exponate sollen in ein flexibles Licht- und Raumkonzept integriert sein. Besucherinnen und Besucher sollen Teil des baden-württembergischen Ideenraums werden. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Aber auch kulturelle Veranstaltungen, Events oder künstlerische Aktionen sollen in dem Pavillon möglich sein. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen
Das Haus soll Unternehmen und Bildungseinrichtungen die Möglichkeit bieten, sich und ihre Leistungen auf verschiedenste Art und Weise einem breiten internationalen Publikum vorzustellen. Pressestelle ©️ CAPTALIN MARIN Bild in Detailansicht öffnen

Eine Initiative aus der Wirtschaft, die das Land am Ende bezahlt

Der Baden-Württemberg-Pavillon war ursprünglich als Projekt der Wirtschaft geplant. Eine Projektgesellschaft sollte das Vorhaben mithilfe von Firmen finanzieren. Weil aber Sponsoren ihre Zusagen zurückzogen und Verträge unklar ausgestaltet waren, musste das Land einspringen - und für eine Kostensteigerung von drei auf mehr als 15 Millionen Euro aufkommen. In Fokus der Kritik um die Finanzierung: Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Ein Untersuchungsausschuss kam zu dem Ergebnis, die Wirtschaftsministerin habe ein verheerendes Missmanagement betrieben. So bezeichnete es der SPD-Obmann Daniel Born. Das Wirtschaftsministerium sei "naiv in Verträge reingestolpert". Born forderte mehrfach den Rücktritt von Hoffmeister-Kraut.

Immer wieder beteuerte die Wirtschaftsministerin: Es sei nicht gewollt gewesen, dass das Land Vertragspartner wurde. Erik Schweickert (FDP), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtags von Baden-Württemberg, sieht jetzt die Chancen, die Dubai für das Bundesland bringen könnte: "Es ist sicherlich die Möglichkeit zu zeigen, für was Baden-Württemberg steht und von daher ist es sicherlich auch eine Chance." Im Landtag dürfte genau beobachtet werden, welchen Nutzen das millionenschwere Engagement des Landes auf der Expo bringen wird.

In einer aktuellen Mitteilung des Ministeriums heißt es, dass "mehr als 30 Sponsoring-Partner und mehr als 120 Content-Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Politik" den Pavillon unterstützen. Die Expo 2020 dauert bis Ende März 2022.

Baden-Württemberg

Weltausstellung in Dubai BW-Pavillon bei der Expo: Erneut Kritik wegen steigender Kosten

Bei der Expo im arabischen Emirat Dubai präsentieren sich mehr als 190 Nationen - auch Baden-Württemberg, als einziges Bundesland. Die Kosten für das Projekt steigen jedoch immer weiter.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR