Ein Schüler hält bei einem Probelauf mit Corona-Schnelltests seinen negativen Test in die Kamera.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Tägliche Tests in erster Schulwoche

Wegen Omikron: BW-Landesregierung weitet Testpflicht in Schulen und Kitas aus

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Nach den Ferien sollen Kinder und Jugendliche deutlich häufiger getestet werden. So will die Landesregierung Schulen und Kitas offen halten - trotz Omikron.

Die baden-württembergische Landesregierung will die Testpflicht an Schulen und Kitas ausweiten. Außerdem soll der Kreis der Menschen erweitert werden, die sich regelmäßig auf das Virus testen lassen müssen. Das teilten Kultus- und Sozialministerium in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Mittwoch mit. Dies sei ein weiterer Beitrag, um unkontrollierte Ausbrüche zu verhindern und den Präsenzbetrieb zu sichern. Unterricht in Präsenz und die Aufrechterhaltung der Kinderbetreuungsangebote hätten neben dem Gesundheitsschutz oberste Priorität, heißt es.

Tägliche Schnelltests in der ersten Woche nach den Ferien

In der ersten Woche nach den Ferien, also ab Montag, 10. Januar, sollen sich alle nicht-geboosterten Schülerinnen und Schüler täglich testen lassen, wenn an ihrer Einrichtung Antigenschnelltests zum Einsatz kommen, heißt es. Schulen, die ein PCR-Pooltestregime etabliert haben, sollen an einem zusätzlichen Tag in der ersten Woche Schnelltests anbieten. Danach sollen sich die Kinder und Jugendlichen bis zu den Faschingsferien, einschließlich 25. Februar, drei Mal die Woche Schnelltesten, beziehungsweise zwei Mal pro Woche einen PCR-Test machen - wenn sie nicht geboostert sind.

Darüber hinaus gelte für das gesamte nicht-geboosterte Personal an Schulen, Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege mit Start nach den Weihnachtsferien eine Testpflicht an jedem Präsenztag, wenn keine Boosterimpfung vorliege, so die Ministerien. Das Land stellt für das Personal zudem aus dem eigenen Bestand insgesamt weitere 2,6 Millionen FFP2-Masken zur Verfügung. Nach wie vor sei aber auch das Tragen einer sogenannten OP-Maske erlaubt, betonte das Kultusministerium.

Kultusministerin Schopper: "Müssen gegen Omikron vorbeugen"

"Nach aktuellen Erkenntnissen wissen wir, dass die Auffrischungsimpfung einen erheblichen Beitrag zum Gesundheitsschutz liefert", sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) in Bezug auf die neuen Testregeln des Landes. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) ergänzte: "Wir haben ein gut funktionierendes Sicherungssystem an Schulen und Kitas. Allerdings müssen wir auf die Omikron-Variante reagieren und vorbeugen. Deshalb ziehen wir das Testnetz enger und stellen für alle Nicht-Geboosterten weitere Tests zur Verfügung."

Mehr Entscheidungsfreiheit für Schulleitungen

Obwohl die neuen Maßnahmen den Präsenzunterricht sichern sollen, könnten Schulleitungen künftig selbstständiger entscheiden, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums. Im Zweifelsfall wäre so vorübergehend für einzelne Klassen oder auch die gesamte Schule ein Wechsel zum Fernunterricht möglich - auch in Kombination mit Präsenzunterricht. Allerdings müsse die Schulaufsichtsbehörde in diese Entscheidung eingebunden werden, heißt es. Schülerinnen und Schüler der Sonderpädagogischen Bildungszentren, die Klassenstufen neun und zehn von Haupt- Real- und Gemeinschaftsschulen sowie Abschlussklassen sollen grundsätzlich im Präsenzunterricht bleiben. Klassenfahrten und andere mehrtägige Veranstaltungen sind bis mindestens Ende März verboten.

Außerdem appellierte die Landesregierung, dass sich alle bereits in den Ferien vor dem Schul- oder Kitabesuch eigenverantwortlich testen sollten. "Das Verhalten jeder und jedes Einzelnen ist mit Omikron noch bedeutender geworden", heißt es in der Mitteilung.

26 Millionen Euro für Corona-Testkapazitäten

Für die zusätzlichen Testkapazitäten an Schulen und Kitas stellt die Landesregierung 26 Millionen Euro bereit. Über einen zwischen Finanz-, Kultus- und Sozialministerium abgestimmten Beschlussvorschlag soll der Ministerrat "in Kürze" entscheiden, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei es, die Corona-Verordnung zum 10. Januar 2022 anzupassen.

Mit diesen neuen Regelungen kommt das Land auch den Forderungen des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) entgegen. "Niemand weiß besser als die Schulen, was vor Ort hinsichtlich der Infektionslage und Personalsituation möglich ist", sagte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand.

In Stuttgart: Auch mehr Testungen in Kitas

Die Stuttgarter Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, begrüßte laut einer Mitteilung die neuen Vorgaben des Landes - doch die Landeshaupstadt weitet diese sogar noch aus. So werde die bestehende Testpflicht in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege erweitert. Das Stuttgarter Gesundheitsamt bittet alle Erziehungsberechtigten, ihre Kinder eine Woche lang täglich vor Besuch der Einrichtung zu testen. "Vor Wiederbesuch der Kita nach der Weihnachtspause sollten alle Kinder getestet werden – entweder mit den noch zuhause vorrätigen Testkits oder bei einer der vielen Teststationen im gesamten Stadtgebiet", so der Leiter des Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt. Zudem sollen die Einrichtungen in den kommenden Tagen weitere Testkits erhalten. Ab dem 10. Januar gilt laut Landesverordnung eine Testnachweispflicht für alle Kita-Kinder - drei Mal pro Woche via Schnelltest oder zwei Mal pro Woche per PCR-Test.

Omikron-Variante bald vorherrschend

Die derzeit grassierende Omikron-Variante des Coronavirus könnte Studien zufolge zwar ansteckender, aber insgesamt weniger gefährlich sein als zunächst befürchtet. Sie könnte bald zur vorherrschende Variante in Baden-Württemberg werden. Nach einer Abfrage des Gesundheitsministeriums bei den Laboren in Baden-Württemberg wird bei mehr als 50 Prozent aller SARS-CoV-2 Diagnosen die Omikron-Variante nachgewiesen.

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