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Die Landtagsabgeordnete Doris Senger tritt aus der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion aus. Senger war bei der Kandidatur für die kommende Landtagswahl ihrem Kollegen Rüdiger Klos unterlegen, der nach Streitigkeiten mit seinem Kreisverband Mannheim in Sengers Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen gewechselt war. Dabei herrschen Zweifel, ob Klos tatsächlich in seinem neuen Wahlkreis wohnt. Senger wirft Klos deshalb "Mandatstourismus" vor und hat sich beim AfD-Landesvorstand und beim Schiedsgericht der Partei beschwert, aber trotz Eilantrags seit Monaten keine Antwort erhalten. Sie vermutet dahinter systematische Ausgrenzung. Außerdem könne sie die Politik der Leute des aufgelösten rechtsextremen "Flügels" in der Fraktion nicht mehr mittragen. Klos selbst sagte dem SWR über seinen neuen Wahlkreis, er habe dort familiäre Beziehungen und es gefalle ihm dort sehr gut. Er sei schon vor längerer Zeit umgezogen. Sengers Schreiben an Fraktionschef Bernd Gögel und an den Landtag liegt dem SWR vor. Sie behält sich rechtliche Schritte vor und will bis zum Ende der Legislaturperiode im Frühjahr als fraktionslose Abgeordnete im Landtag bleiben. Mit ihrem Austritt schrumpft die AfD-Fraktion von der einstmals größten Oppositionsfraktion mit anfangs 23 Abgeordneten auf 15 Mandate zusammen.

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