Polizeikontrolle während der Ausgangssperre in der Mannheimer Innenstadt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Wegen gestiegener Corona-Zahlen im Land

Weitere Kreise seit Sonntag: Hier gelten in BW wieder nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte

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In mehreren Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs gelten wieder nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Nicht-Geimpfte. Grund sind gestiegene Corona-Zahlen.

Wer nicht geimpft oder kürzlich genesen ist, darf in mehreren Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Nacht nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür. In Freiburg gilt die Regel schon seit Dienstag, in Baden-Baden seit Freitag. Seit Samstag beziehungsweise Sonntag müssen sich auch die Einwohnerinnen und Einwohner weiterer Regionen an die Ausgangsbeschränkungen halten. Der Grund: Die Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Gebieten hat zwei Tage nacheinander den Wert von 500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten.

Schärfere Corona-Maßnahmen nötig

Gemäß der Corona-Verordnung des Landes sind in diesem Fall in der betroffenen Region schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie nötig, bis die Zahlen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter dem Grenzwert liegen.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten zwischen 21 und 5 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene. Sie dürfen sich laut Landesverordnung nachts nur noch "bei Vorliegen eines triftigen Grundes" außerhalb ihrer Wohnung oder Unterkunft aufhalten. Dies ist zum Beispiel der Besuch von Ehe- oder Lebenspartnern, die medizinische Versorgung, die Ausübung eines Berufs oder eines Ehrenamts, etwa bei der Feuerwehr, oder die alleinige Ausübung von Sport im Freien.

Wo gelten die Ausgangsbeschränkungen?

So gelten die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen seit Samstag etwa in den Städten Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie in den Landkreisen Rems-Murr, Biberach, Rastatt, Ravensburg, Rottweil, Waldshut, Lörrach und Schwarzwald-Baar. Unter anderem in Stuttgart, Heilbronn, Pforzheim, im Ortenaukreis, Zollernalbkreis, Alb-Donau-Kreis und in den Kreisen Tübingen, Reutlingen, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag den zweiten Tag in Folge über 500, deshalb gilt die Ausgangsbeschränkung dort seit Sonntag.

Landesweite Inzidenz steigt weiter

Nicht nur in den Regionen der nächtlichen Ausgangssperre waren die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen gestiegen - nach mehr als einem Monat ist auch die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag wieder über die 500er-Marke geklettert. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart hatte mitgeteilt, dass sich in den vergangenen sieben Tagen landesweit 519,4 Menschen je 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hätten (Stand: Freitag 16 Uhr). Zuletzt hatte der Wert am 8. Dezember über 500 gelegen.

Am Samstag stieg die landesweite Inzidenz weiter - auf 538,9. Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz blieb nach Angaben der Behörde (Stand: Samstag 16 Uhr) bei 3,1. Sie steht für die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in Kliniken aufgenommen werden. Die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen in Baden-Württemberg sank binnen eines Tages um 17 auf 355. Am Samstag vor einer Woche waren es 442 Menschen gewesen. Acht weitere Menschen - und damit seit Beginn der Pandemie 13.423 Personen - sind in Baden-Württemberg in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

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