Ein Rettungswagen spiegelt sich in einem Fenster eines anderen Rettungswagen mit der Aufschrift "112". (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Patrick Seeger)

Problem bei der Telekom

Notrufnummern 110 und 112 in Baden-Württemberg funktionieren nach Ausfall wieder

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In vielen Teilen Deutschlands war der Notruf für mehrere Stunden ausgefallen. In Baden-Württemberg funktioniert dieser jetzt wieder. Die Ursache war eine Störung bei der Telekom.

Ab fünf Uhr waren am Donnerstag in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern für mehrere Stunden die Notrufnummern 110 und 112 gestört, teilweise auch die 19222. Seit 7 Uhr sind die Notrufnummern wieder erreichbar. Das Innenministerium hatte eine Information an die Bevölkerung über Handyapps und Radio weitergeleitet, die örtlichen Polizeidienststellen waren telefonisch erreichbar, die Feuerwehrhäuser und Rettungswachen waren besetzt.

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Entwarnung auch in anderen Bundesländern nach bundesweitem Ausfall

Aus dem ganzen Bundesgebiet gab es den Morgen über Ausfall-Meldungen. In den meisten Fällen waren beide Notrufnummern, die 110 und die 112 ausgefallen, in einzelnen Meldungen war nur von einem Ausfall der 112 die Rede. Mittlerweile wurde auch in den anderen Ländern Entwarnung gegeben.

Ursache des Ausfalls war ein Problem bei der Deutschen Telekom

Ein Telekom-Sprecher erklärte am Donnerstag, dass es am frühen Morgen eine Störung gegeben habe. "Diese ist mittlerweile behoben", so der Sprecher weiter. Einen Hackerangriff könne man ausschließen, denn: "Ursächlich für die Störung war vermutlich die Einbringung einer neuen Software, die zuvor ausführlich getestet worden war und keinerlei Auffälligkeiten gezeigt hatte. Die detaillierte Analyse dauert an."

Da auch das sogenannte redundante System ausgefallen sei - also das Ersatzsystem, das den Dienst gewährleistet, wenn das Hauptsystem ausfällt - nehme man die Ursachenfindung "sehr ernst".

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geht von einem technischen Fehler aus. "Hinweise auf einen Cyberangriff liegen nicht vor", sagte ein BSI-Sprecher. Die Telekom habe die Störung gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dem BSI und der Bundesnetzagentur gemeldet.

Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist die Telekom für die Notrufnummern zuständig. Eine ähnliche Situation gab es gerade erst Ende September. Teilweise bis zu 40 Minuten lang waren die Notrufnummern nicht erreichbar. Grund waren Netzprobleme bei der Telekom vom Mobilfunk ins Festnetz.

Dass es nun zu einem längeren Ausfall kommen konnte - die Telekom sprach von etwa 70 Minuten - der mehrere Bundesländer betraf, rief aus der Politik und von Seiten der Gewerkschaft der Polizei (GdP) scharfe Kritik hervor.

Amtliche Gefahrendurchsagen durch Bevölkerungsschutz

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verbreitete am Donnerstagmorgen amtliche Gefahrendurchsagen unter anderem für Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Berlin und Hamburg.

Alternativen im Notfall

Mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes "Warn-App NINA", erhalten Bürgerinnen und Bürger wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einen Großbrand direkt auf das Smartphone.

Eine weitere Alternative ist die offizielle Notruf-App der Bundesländer "nora". Die App nutzt die Standort-Funktion des Mobilgeräts, um den genauen Standort an die zuständige Einsatzleitstelle zu übermitteln. So können Einsatzkräfte Personen besser finden, auch wenn diese selbst nicht wissen, wo sie sind. Über die App können außerdem Notrufe abgesetzt werden, ohne dabei sprechen zu müssen. Das ermöglicht Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten den direkten Kontakt zu den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.

Bei Notfällen können auch die örtlichen Polizeidienststellen und Feuerwehrleitstellen direkt angerufen werden. Eine Lösung für medizinische Notfälle kann sein, im Krankenhaus vor Ort bei der Notaufnahme direkt anzurufen. Die entsprechenden Telefonnummern lassen sich auf den Homepages der Krankenhäuser finden.

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SWR