Polizisten in der Stuttgarter Innenstadt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Marijan Murat)

Aggressive Stimmung in Karlsruhe und Freiburg

Beleidigungen, Flaschenwürfe, Gewalt: Polizei in Baden-Württemberg im Dauereinsatz

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Tropische Temperaturen trieben in der Nacht zum Sonntag viele Menschen auf die Straßen und Plätze in Baden-Württemberg. Dabei blieb es nicht überall friedlich.

Bei Auseinandersetzungen mit aggressiven Feiernden sind mehrere Polizisten in Freiburg verletzt worden. Bis zu 1.000 Menschen fanden sich in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt auf einem Platz zum Feiern ein, wie die Polizei mitteilte. Es sei dort zu Körperverletzungen gekommen, zudem seien zwei sexuelle Übergriffe "in Form des Anfassens mit möglichem sexuellem Hintergrund" angezeigt worden. Beamte seien mit Flaschen beworfen worden. Einsatzkräfte räumten den Platz am frühen Morgen. Drei Beamte wurden durch fliegende Flaschen leicht verletzt, die Scheibe eines Dienstfahrzeugs wurde beschädigt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Anwohner und Passanten körperlich angegangen

Auf einem weiteren Platz versammelten sich rund 600 Personen, viele davon den Angaben zufolge aus dem linken Spektrum. Pyrotechnik wurde gezündet, Anwohner sowie Passanten körperlich angegangen. Mit Unterstützung von Polizisten aus Offenburg und Karlsruhe sowie Kräften der Bundespolizei wurde auch dieser Platz geräumt.

Ruhestörungen in anderen Stadtteilen habe die Polizei aufgrund der Großeinsatzlage kaum noch nachkommen können, sagte eine Sprecherin.

Polizei Karlsruhe: "Ausschreitungen wurden im Keim erstickt"

In Karlsruhe hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Als die Beamten am zentralen Platz der Grundrechte eintrafen, schlug ihnen eine aggressive Stimmung entgegen, wie die Polizei mitteilte. Die Polizisten seien beleidigt worden und es habe Flaschenwürfe in Richtung der Streifenwagen gegeben. Der Platz in der Karlsruher Innenstadt wurde anschließend, nach Mitternacht, geräumt. Verletzt wurde niemand.

Bereits zuvor hatten sich am Samstagabend im Schlossgarten rund 900 Menschen versammelt. Die Polizei sprach die überwiegend jungen Feiernden an und bat sie zu gehen. Es habe nur kleinere Vorkommnisse gegeben. Nach Mitternacht beruhigte sich die Lage den Angaben nach in der ganzen Stadt. Die Polizei zeigt sich zufrieden mit den Maßnahmen: "Ausschreitungen wurden im Keim erstickt."

Strobl warnt vor Folgen in Corona-Pandemie: "Das ist Egoismus pur"

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) warnte davor, die in der Pandemie gewonnenen Freiheiten wieder aufs Spiel zu setzen. "Ein Blick nach Lissabon zeigt uns leider deutlich, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist", sagte Strobl laut einer Mitteilung vom Montag. "Wir genießen mit gebotener Vorsicht die wieder möglichen Freiheiten. Manche übertreiben es leider. Das ist Egoismus pur." Wer zusätzlich noch auf Randale aus sei, werde konsequent zur Verantwortung gezogen.

Immer wieder Auseinandersetzungen mit der Polizei

In den vergangenen Wochen war es in Baden-Württemberg immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen jungen Menschen und der Polizei gekommen. Größere Gruppen hatten etwa am Stuttgarter Schlossplatz oder auf der Heidelberger Neckarwiese randaliert. Dabei waren auch Polizisten verletzt worden, etwa durch Flaschenwürfe.

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