Krankenkasse AOK vermeldet Zunahme

Deutlich mehr Atemwegserkrankungen in Baden-Württemberg

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Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase: Seit Ende September ist die Zahl von Menschen mit diesen Symptomen einer Atemwegserkrankung laut AOK geradezu explodiert.

Verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum von 27. September bis 3. Oktober haben sich laut der Krankenkasse AOK in diesem Jahr rund 58 Prozent mehr ihrer Versicherten mit Corona und anderen Atemwegserkrankungen infiziert. Die Zahl sei sprunghaft von 24.830 auf 39.255 angestiegen.

Falsche Kleidung als Ursache für mehr Atemwegsinfektionen

"Die Veränderung der äußeren Einflüsse wie kaltes, nasses Wetter, nicht angepasste Kleidung, starke Temperaturschwankungen unter Tage und nicht angepasste Kleidung führen zu einer einfachen und schnellen Übertragung", sagte Sabine Knapstein, Fachärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg, in Stuttgart.

2021 hatten zwei andere Krankenkassen, die Techniker Krankenkasse und DAK-Gesundheit, deutlich weniger Krankmeldungen der Beschäftigen in Baden-Württemberg aufgezeichnet als in anderen Bundesländern. Der DAK-Landeschef, Siegfried Euerle, sprach in diesem Zusammenhang von einem "extrem niedrigen Niveau bei den Atemwegserkrankungen". Schon für das erste Halbjahr des laufenden Jahres hatte die DAK allerdings eine gegensätzliche Entwicklung vermeldet: Beschäftigten im Land waren demnach von Januar bis Juni so lange krankgemeldet wie nie während der Corona-Pandemie.

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Schon am Mittwoch hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vor einer Überlastung der Kliniken gewarnt. Der Vorstandsvorsitzende, Gerald Gaß, verwies dabei auch auf die hohen Personalausfälle, die durch Corona und andere Atemwegserkrankungen verursacht würden.

Expertin rät zu regelmäßigem Händewaschen

Erkältungen werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, die Übertragung der Viren findet durch kleinste Tröpfchen in der Luft durch Niesen oder Husten statt. Die virenhaltigen Tröpfchen können auch auf Türklinken, Tastaturen oder Haltegriffen in den öffentlichen Verkehrsmitteln landen. Werden sie angefasst, gelangen die Viren an die Hände und von dort leicht an Nase oder Mund. "Daher lautet die Empfehlung, sich nicht ins Gesicht zu fassen und regelmäßig die Hände mit normaler Seife zu waschen", sagte AOK-Expertin Knapstein.

Zu den typischen Beschwerden zählten Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase. Bei einer starken Erkältung würden sich deshalb viele Menschen schlapp und krank fühlen. In der Regel würden Erkältungen nach rund einer Woche wieder abklingen - mit Ausnahmen wie hartnäckigem Husten. Als Atemwege bezeichnet werden alle Bereiche des Körpers, die beim Atmen von Luft durchströmt werden. Zu den oberen Atemwegen gehören die Nase, Nasennebenhöhlen und der Rachenraum. Zu den unteren Atemwegen zählen der Kehlkopf mit dem Kehldeckel, die Luftröhre, die Bronchien und die Lunge.

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SWR