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Erst der vorläufige, bundesweite Impf-Stopp - jetzt die Empfehlung, in der Regel nur noch Menschen ab 60 mit Astrazeneca zu impfen. Was das für Impfberechtigte in Baden-Württemberg bedeutet? Hier wichtige Antworten:

Was mache ich, wenn ich einen Impftermin mit Astrazeneca in den nächsten Tagen habe?

Impftermine bleiben gültig. Wer seinen Termin über den Impfterminservice absagt, läuft Gefahr, aus dem System wieder raus zu fallen. Dann muss man sich erneut über das Portal oder die Impfhotline 116 117 um einen neuen Vermittlungscode und einen neuen Termin bemühen. Das ist, je nach Region, gerade Glückssache, weil aktuell noch zu wenig Impfstoff und entsprechend wenige Impftermine verfügbar sind.

Kann ich dem Impfzentrum Bescheid geben, ob ich den Termin noch will oder umbuchen?

Die Empfehlung des Sozialministeriums Baden-Württemberg heißt: den Termin wahrnehmen und ins Impfzentrum gehen. Die Terminvergabe-Software kann zurzeit aus Datenschutzgründen das Alter der Buchenden nicht speichern. Menschen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr werden weiter mit Astrazeneca geimpft.

Ich bin impfberechtigt, unter 60 Jahre und möchte nicht mit Astrazeneca geimpft werden. Was muss ich tun?

Ebenfalls zum Impftermin gehen. Nach SWR-Informationen wird in einigen Impfzentren versucht, auf einen anderen Impfstoff auszuweichen, wie etwa im Kreisimpfzentrum in Heilbronn-Horkheim. Statt des Impfstoffs von Astrazeneca wird dort in den nächsten Tagen der von Biontech verwendet.

Auch im Impfzentrum in Ulm ist das nach Angaben des Leiters, Bernd Kühlmuß, der Fall. Dem SWR sagte Kühlmuß: "Wir können switchen. Alle können kommen, die einen Impftermin haben, unabhängig vom Impfstoff. Diejenigen, die nicht mehr mit Astrazeneca geimpft werden können, erhalten heute, morgen und Freitag in Ulm den Impfstoff von Biontech". Wer in den nächsten Tagen in Bruchsal oder Sulzfeld (Kreis Karlsruhe) mit Astrazeneca geimpft werden sollte und das nicht möchte, kann dem Termin einfach fernbleiben und kommt auf eine Warteliste für einen neuen Termin.

Was, wenn in meinem Impfzentrum kein Alternativ-Impfstoff vorhanden ist?

Nach Angaben des Sozialministeriums Baden-Württemberg sollen Impfberechtigte unter 60 Jahren vor Ort in den Zentren auf einen anderen Impfstoff umgebucht und einen neuen Termin für die erste Impfung erhalten. In diesem Fall soll vor Ort auch ein passender Zweittermin vergeben werden. Kein geimpfter Bürger, keine geimpfte Bürgerin soll laut Sozialministerium das Impfzentrum ohne Zweittermin verlassen.

Funktioniert die Umbuchung auf einen anderen Impfstoff vor Ort nicht, können Impfberechtigte unter 60 nach "ärztlichem Ermessen", auch freiwillig mit Astrazeneca geimpft werden. Wer das nicht möchte, wird auf einer Warteliste erfasst. So zum Beispiel im Kreisimpfzentrum in Singen (Kreis Konstanz). Dort ist nach eigenen Angaben ein Umbuchen auf einen anderen Impfstoff nicht möglich. Wer kein Astrazeneca bekommen will, kommt demnach auf eine Warteliste.

Wie werde ich informiert, wenn ich auf einer Warteliste für einen anderen Impfstoff stehe?

Laut Sozialministerium Baden-Württemberg per Mail, wenn eine Mailadresse vorliegt. Ansonsten telefonisch mit einem neuen Terminvorschlag für eine Impfung mit einem anderen Impfstoff als Astrazeneca.

Was, wenn die Umbuchung im Impfzentrum nicht funktioniert?

Wer unter 60 ist, darf trotzdem mit Astrazeneca geimpft werden, nach einer ärztlichen Aufklärung und einer Risikoanalyse. Dazu müssen Impfberechtigte nicht extra vorher zum Hausarzt. Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums ist eine ärztliche Aufklärung für impfberechtigte Personen unter 60 Jahren, die ihren bereits gebuchten Astrazeneca-Termin gerne trotzdem wahrnehmen möchten, grundsätzlich auch bei den Impfärzten in den Impfzentren vor Ort möglich.

Was passiert mit den Astrazeneca-Dosen? Rücken automatisch über 60-Jährige nach?

Das Sozialministerium hat klargestellt, dass Menschen über 60 zurzeit nicht automatisch impfberechtigt sind, auch wenn Astrazeneca jetzt grundsätzlich für diese Impfgruppe freigegeben ist. In Baden-Württemberg sind den Angaben zufolge weiterhin nur Menschen aus der Prioritätsstufe eins oder zwei impfberechtigt. Das heißt, Über-60-Jährige erhalten nur einen Impftermin, wenn ein besonderes Risiko durch Vorerkrankungen oder den Beruf besteht.

Ich bin über 60: Kann ich jetzt ohne Termin in ein Impfzentrum gehen?

Ohne vorher bestätigten Impftermin mit zugewiesenem Vermittlungscode über den Impfterminservice geht auch in Zukunft nichts. Bernd Kühlmuß, Leiter des Ulmer Impfzentrums, sagte dem SWR, die Priorisierung in der Impfreihenfolge bleibe.

Wie geht es in Baden-Württemberg weiter mit dem Impfstoff von Astrazeneca?

In Baden-Württemberg werden laut Sozialministerium impfberechtigten Menschen unter 60 Jahren in Zukunft keine Astrazeneca-Termine mehr angeboten. Das Terminvergabe-System werde derzeit entsprechend umgestellt. Der Beschluss der Gesundheitsministerinnen und -minister von Dienstag sieht vor, dass die ärztliche Aufklärung "grundsätzlich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erfolgen soll", weil dort mehr Zeit für eine ausführliche Beratung und Abwägung sei, als in den Impfzentren.

Außerdem soll der Impfstoff von Astrazeneca ab Mitte April nur noch an niedergelassene Arztpraxen geliefert werden. Die Impfzentren sollen dann nur noch notwendige Dosen für die Zweitimpfung erhalten.

Ich bin unter 60 und habe in den vergangenen Tagen meine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten, worauf muss ich achten?

Der Leiter des Ulmer Impfzentrums, Bernd Kühlmuß, bezeichnete das Risiko einer Hirnvenen-Thrombose als "extrem gering." Der Nutzen der Impfung überwiege bei Weitem das Risiko. Sollten starke Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten, empfiehlt Kühlmuß, die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen. Allerdings seien Kopfschmerzen oder Schwindel als Symptome nach einer Impfung grundsätzlich nicht selten, sagte Kühlmuß dem SWR.

Ich bin unter 60 und habe vor längerer Zeit die erste Impfung mit Astrazeneca erhalten und die zweite Impfung steht noch aus?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Astrazeneca nur an Menschen ab 60 zu verimpfen. Unter 60-Jährige, die eine erste Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben, sollen bei der Zweitimpfung ein anderes Mittel bekommen.

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