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Ein asiatisches Kind wird in der Schule von den Mitschülern als "Corona" beschimpft. Einer chinesischen Studentin in Tübingen passiert dasselbe. Seit dem Ausbruch des Coronavirus' kämpfen viele Asiaten gegen Diskriminierung.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Unter dem Hashtag #IAmNotAVirus berichten Asiaten aus aller Welt von Abwertungen und Diskriminierung. Auch in Stuttgart und Umgebung erleben sie das. Grund sind pauschale Verdächtigungen wegen des Coronavirus'.

Tabu: "Nase putzen in der Öffentlichkeit"

Die Klavierlehrerin Shiau-Nan Pan aus Stuttgart berichtet von unangenehmen Situationen. Besonders auffällig seien die Blicke auf der Straße. Inzwischen überlege sie sich bereits zweimal, ob sie ihre Nase in der Öffentlichkeit putzen solle oder nicht.

Einen Mundschutz tragen möchte Pan aber nicht. So schlimm sei die Lage in Deutschland noch nicht, außerdem mache ein Mundschutz die Situation nur schlimmer. "Wenn du einen Mundschutz trägst, denken die Menschen, du hast eine schwere Krankheit."

Diskriminierung beim Abendessen mit Kollegen

Diskriminierung erlebte auch die Dozentin Kityee Cham aus Esslingen. Bei einem Abendessen wollte eine Kollegin sich nicht neben sie setzen. Cham kommt ursprünglich aus Hongkong, lebt aber bereits seit sieben Jahren in Deutschland.

Das Wort Diskriminierung nehme sie jedoch ungern in den Mund. Man müsse beide Seiten verstehen, sagt die Dozentin. Viele Deutsche hätten wenig Ahnung von China.

"Sie haben so viele verschiedene und komische Nachrichten gehört. Sie haben Angst, das ist auch normal."

Kityee Cham, Dozentin aus Esslingen

"Leute setzen sich weiter weg von mir"

Diskriminierung habe er auch schon erfahren, sagt ein junger Asiat aus Stuttgart. Seinen Namen will er nicht nennen. Er fahre täglich mit dem Bus zur Universität. "Ich glaube, die Leute setzen sich weiter von mir weg im Bus als früher."

"Rassismus ist alltäglich"

"Rassismus und Diskriminierung kriegen wir immer mit, für uns ist das was Alltägliches. Aber jetzt steigt es auf jeden Fall stark an", sagt ein Mann, der mit einer Asiatin verheiratet ist und in Stuttgart in einem Asia-Laden arbeitet. "Wir erleben es in der U-Bahn, dass sich Leute wegsetzen, wir merken es am Bahnsteig, dass sich die Leute entfernen und komisch gucken. Aber die Blicke ist man ja eigentlich schon gewöhnt."

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