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Die Katholiken in Baden-Württemberg haben am Sonntag Allerheiligen begangen. Wegen der Corona-Pandemie stand das Gedenken an die Verstorbenen in diesem Jahr unter besonderen Einschränkungen.

Auf vielen Friedhöfen in Baden-Württemberg gab es Auflagen, wie viele Besucher gleichzeitig zu den Gräbern gehen könnten. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte beispielsweise schon vorab angekündigt, dass bei Gottesdiensten auf dem Friedhof der Mindestabstand eingehalten und ein Mundschutz getragen werden muss. Es werde keinen Gemeindegesang geben. Zudem musste jede Gemeinde die Teilnehmer erfassen und ein Hygienekonzept erstellen.

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Weihwasser zum Mitnehmen

Die Pfarrer der Diözese segneten die Gräber mit dem Weihwasserspender und dem frisch gesegneten Weihwasser, hieß es. Für die Fälle, in denen kein gemeinsamer Gräberbesuch möglich ist, bot die Diözese an beispielsweise Weihwasser in kleinen Glasflaschen zur Verfügung zu stellen, das die Gläubigen dann an das jeweilige Grab mitnehmen konnten.

Ein Spender mit Weihwasser steht in einer Kirche. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Philipp von Ditfurth/dpa)
Ein Spender mit Weihwasser steht in der Wallfahrtskirche Basilika Birnau in Uhldingen-Mühlhofen (Bodenseekreis). Die Kirchenverwaltung hatte den Spender installiert, um den Gläubigen die kontaktlose Entnahme von Weihwasser zu ermöglichen. Philipp von Ditfurth/dpa

Freiburger Erzbischof: Christus ist auch in schweren Zeiten da

Das Vertrauen in Gott hilft nach Überzeugung des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger den Menschen in der Corona-Pandemie. Die Heiligen erinnerten daran, "dass Christus uns sein Weggeleit auch in den schweren Zeiten und Umständen des Lebens nie aufgekündigt hat und aufkündigen wird", sagte Burger am Sonntag. Dies gelte auch in der "gegenwärtigen, von der Corona-Pandemie geprägten Zeit". Dabei müssten die Menschen nicht die Heiligen oder deren Lebensweg kopieren, sagte Burger weiter. "Wir können aber von ihnen lernen, mit Christus unseren eigenen Weg zu gehen, einen Lebensweg, der hinter all dem, was uns widerfährt, das Größere, besser den Größeren erkennen lässt."

Feiertag oder nicht?

Aus evangelischer Sicht ist der 31. Oktober Reformationstag und in neun Bundesländern Feiertag, was etwa 26 Millionen Einwohner betrifft (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen, Bremen und Hamburg). Der 1. November hingegen ist in fünf Bundesländern mit etwa 47 Millionen Einwohnern Feiertag - in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg sowie in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Als einzige Bundesländer haben Hessen und Berlin keine Feiertage Ende Oktober/Anfang November, die 2020 aber ohnehin auf ein Wochenende fallen.

Halloween - der "Abend vor Allerheiligen"

Am Samstag wurde bereits bei vielen Menschen Halloween gefeiert. Das Wort Halloween leitet sich übrigens von "All Hallows' Eve", also der "Abend vor Allerheiligen" ab. Geprägt haben es irische Einwanderer in den USA. Auch in Deutschland ist es an Halloween mittlerweile üblich, für Süßigkeiten von Haus zu Haus zu ziehen oder auf Partys zu gehen. Viele baden-württembergische Politiker hatten in diesem Jahr allerdings appelliert, zu Hause zu bleiben und Halloween nicht groß zu feiern.

Wie in den Jahren zuvor war die Polizei in vielen Regionen in Baden-Württemberg dennoch mit zusätzlichen Kräften im Einsatz. Sie hatte bereits im Vorfeld verschärfte Kontrollen angekündigt. Im Vergleich zu den Vorjahren blieb es aber weitestgehend ruhig, die Polizei im Land berichtete nur von einzelnen Verstößen.

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