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Corona-Schnelltests an Krankenhäusern in Baden-Württemberg sollten für Sicherheit sorgen. Doch mit der neuesten Corona-Verordnung fiel die Testpflicht wieder weg - für viele Ärzte völlig unverständlich.

Ärztevertreterinnen und -vertreter haben die Streichung der Corona-Testpflicht für Krankenhaus-Besucherinnen und -Besucher in Baden-Württemberg vehement kritisiert. Es könne nicht sein, dass man über allgemeine Verschärfungen der Corona-Maßnahmen diskutiere und bei den Kliniken in der gleichen Zeit lockere, kritisierte die Zweite Landesvorsitzende des Marburger Bundes, Sylvia Ottmüller. "Wir fordern das Land auf, hier umgehend nachzusteuern und die ursprüngliche Regelung wieder in Kraft zu setzen", teilte sie mit.

Mit der jüngsten Änderungen der Corona-Verordnung des Landes wurde die Pflicht für Besucher zur Vorlage eines aktuellen PCR-Tests oder eines Antigen-Schnelltests gelockert. Laut der neuen Regelung reichen nun entweder ein Schnelltest oder das Tragen einer FFP2-Maske.

Arzt: Corona-Schnelltests für Besucher sorgten für Sicherheit

Ein Gynäkologe an einer Klinik in Baden-Württemberg berichtete gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, warum er die Testpflicht für so wichtig hält. Der Arzt, der anonym bleiben möchte, sagt, die von der Politik ausgegebenen Kontaktbeschränkungen für den privaten Bereich könne er im Klinikalltag so schließlich nicht umsetzen. Er komme vielmehr auf mehr als 100 Kontakte am Tag, auch ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern sei nicht immer einzuhalten. "Ich war deshalb froh, über die Entscheidung der Landesregierung, Antigen-Schnelltests für Besucher in Krankenhäusern einzuführen. Das sorgte für Sicherheit - dort, wo sie benötigt wird."

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"Testpflicht weiter dringend notwendig"

Der Arzt berichtet, dass Männer, die ihre schwangeren Frauen auf der Station besuchten, zahlreiche Kontakte hätten. Zum Teil auch mit Hebammen, Pflegenden sowie Ärztinnen und Ärzten aus mehreren Schichten. Warum dennoch die Testpflicht auf Corona nun abgeschafft wurde, kann er sich nicht erklären. "Ich halte sie weiter für dringend notwendig", sagt der Arzt. "Sollten es finanzielle Gründe sein, wäre das sehr verstörend." Während seiner täglichen Arbeit verdränge er Gedanken an das Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Doch wenn er nach der Arbeit daran denken müsse, sei es ein unangenehmes Gefühl.

Der Marburger Bund weist insbesondere auch darauf hin, dass sich in Kliniken viele Risikogruppen wie Krebspatientinnen und -patienten aufhielten. Auch sie würden durch verpflichtende Tests besser geschützt.

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