Streit um Abschuss von Wölfen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wolf-Abschuss-Gesetz in Deutschland "Lex Wolf" lässt Schäfer in Baden-Württemberg hoffen

Die Bundesregierung will den Abschuss von Wölfen erleichtern, wenn sie Nutztiere wie Schafe oder Ziegen reißen. Für Baden-Württemberg ändert sich erstmal wenig - Schäfer sind trotzdem erleichtert.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf - die "Lex Wolf" - bewilligt: Um einen Wolf abzuschießen, muss demnach künftig nicht mehr klar sein, welcher Wolf ein Nutztier gerissen hat. Wenn mehrere Wölfe in dem Gebiet unterwegs sind, dürfen einzelne Tiere geschossen werden – bis keine Schäden mehr auftreten.

Ministerium: "Lex Wolf" wirkt sich kaum aus

Diese Regel betreffe Baden-Württemberg nicht, so das von den Grünen geführte Landesumweltministerium. Denn im Land gebe es bislang nur einen dauerhaft ansässigen Wolf.

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Sendedatum
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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Stärkere Auswirkungen für Baden-Württemberg könnte jedoch eine andere Regel haben: Abschüsse sollen schon dann möglich sein, wenn Nutztierhalter "ernste" Schäden erleiden. Bisher waren existenzgefährdende Schäden nötig. Es sei jedoch noch abzuwarten, was der Begriff "ernst" genau bedeute, so ein Ministeriumssprecher.

Agrarminister Hauk: Nur ein erster Schritt

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) begrüßte den Gesetzentwurf. "Mit der Entscheidung in Berlin ist ein Anfang gemacht", teilte Hauk dem SWR mit. Er sprach sich aber erneut dafür aus, den Umgang mit Wölfen im Jagdrecht zu regeln - das ermögliche ein geordnetes Management am besten. Auch der Umgang mit anderen geschützten Arten, wie zum Beispiel dem Luchs oder dem Auerhuhn, seien im Jagdrecht geregelt - so könne es auch mit dem Wolf laufen. Bisher gilt in dem Bereich das Bundesnaturschutzgesetz. Hauk verfolgt die Idee, Schutzgebiete nicht nur für den Wolf, sondern auch für Herden einzurichten.

Schäfer erleichtert: "Einzig vernünftige Regelung"

Die "Lex Wolf" hat Schäfer Gernot Fröschle aus Bad Wildbad (Kreis Calw) wie viele seiner Kollegen mit großer Erleichterung aufgenommen. Vor einem Jahr riss der im Nordschwarzwald ansässig gewordene Wolf 40 Schafe seiner Herde. Die Aussicht, dass problematische Wölfe wohl bald abgeschossen werden dürfen, sei "eigentlich die einzig vernünftige Regelung", so Fröschle. Er hofft auf eine abschreckende Wirkung auf andere Wölfe. "Ich bin dafür, dem Wolf eine Chance zu geben", erklärte Fröschle. Für ihn sei der Kompromissentwurf zum Wolf-Abschuss deswegen eine gute Lösung: "Jetzt probieren wir das mal".

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