Influencerin Pamela Reif vor dem Landgericht Karlsruhe (Foto: dpa Bildfunk)

Prozess am Landgericht Karlsruhe Instagram-Werbung: Influencerin Pamela Reif verteidigt sich

Pamela Reif ist für viele junge Leute ein Star. Mehr als vier Millionen Menschen folgen ihr auf Instagram. Vor Gericht hat sie sich im Januar gegen den Vorwurf der Schleichwerbung verteidigt.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Die 22-jährige Karlsruherin Reif versorgt ihre Fans auf Instagram regelmäßig mit Fotos der neuesten Mode oder Tipps zu Fitness und Lifestyle. Dabei nennt sie auch Marken und Unternehmen und verlinkt diese teilweise in ihren Fotos. Die 22-jährige Karlsruherin vertritt einen klaren Standpunkt: Nur das, wofür sie Geld bekommt, ist auch Werbung. Alles andere müsse sie auch nicht entsprechend kennzeichnen.

Der Verband Sozialer Wettbewerb in Berlin sieht das anders und erwirkte eine Unterlassungsverfügung. Gegen die wehrte sich Reif heute in Karlsruhe. Sie kritisierte, sie könne ihrem Publikum jetzt nichts mehr empfehlen, auch wenn sie von einem Produkt persönlich überzeugt sei.

Wo fängt Werbung an?

Bei der Verhandlung wurden am Donnerstag konkrete Posts behandelt. Zum Beispiel ein Bild, auf dem Pamela Reif ein T-Shirt trägt, auf dem in großen Buchstaben der Schriftzug "Puma" steht. Auf einem anderen Foto von ihr erschienen auf ihren Kleidungsstücken kleine Schriftzüge, so genannte "Tap Tags". Diese verlinkten direkt zu den Herstellerfirmen auf Instagram.

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Grundsätzlich gilt: Jeder Influencer, der Werbung für bestimmte Produkte oder Marken macht, muss ausdrücklich darauf hinweisen. Doch die Frage, die das Gericht klären muss, ist: Wo fängt Werbung an und wann geht es nur um das Teilen persönlicher Geschichten? Denn: Nicht jede Produktnennung ist auch gleichzeitig Werbung.

Richter: "Instagram ist kein unschuldiges Medium mehr"

Der Vorsitzende Richter sagte, beim Instagram-Auftritt einer so bekannten Person wie Reif sei zwischen geschäftlich und privat kaum zu unterscheiden. Das sei ähnlich wie bei der Bundeskanzlerin, die sich nicht auf den Marktplatz stellen und etwas sagen könne, um hinterher zu betonen, es sei privat gewesen. "Wer sich entscheidet, mit Instagram Geld zu verdienen, dem ist die Möglichkeit genommen, dort privat unterwegs zu sein", sagte der Richter. Instagram sei kein unschuldiges Medium mehr, dort würden Milliardenumsätze gemacht. Allerdings sollten Influencer (Meinungsmacher) auch nicht die Konsequenz ziehen, künftig alles, was sie veröffentlichen, als Werbung zu kennzeichnen.

Betroffene hoffen auf Grundsatzurteil

Am 21. März soll das Urteil verkündet werden - eine Entscheidung, auf die viele warten, weil es in ganz Deutschland Prozesse gegen Influencer gibt. Nachdem die Richtlinien für Werbung in den sozialen Medien verschärft wurden, werden immer mehr Influencer wegen Schleichwerbung angezeigt. Auch gegen Cathy Hummels läuft in München ein Gerichtsverfahren, mit ähnlichen Vorwürfen. Die Bloggerin Vreni Frost machte ihren Streit mit dem Verein ebenfalls öffentlich.

Bekannte Influencer aus Baden-Württemberg

Vom Petfluencer bis zum Modeblogger Bekannte Influencer aus Baden-Württemberg

Influencerin Pamela Reif aus Karlsruhe (Foto: Imago, imago/Future Image)
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Leslie Huhn aus Mannheim ist Fashionbloggerin und hat inzwischen ein eigenes Modelabel. Ihrem Instagramprofil folgen über 320.000 Menschen. Geisler-Fotopress Bild in Detailansicht öffnen
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