Wegen Preissteigerungen beim Bahnprojekt S21: Millionen-Finanzpuffer wird gebraucht

Immer wieder sind die Kosten des Bahnprojekts Stuttgart 21 in die Höhe gestiegen: Jetzt will die Deutsche Bahn wegen Preissteigerungen im Baubereich einen Risikopuffer von rund einer halben Milliarde Euro nutzen.

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) vom Freitag will die Bahnspitze mit einem Sonderantrag den Aufsichtsrat in der Sitzung Mitte Juni um Erlaubnis bitten, den gebildeten Puffer nutzten zu dürfen. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet.

Ein Blick ins Lichtauge einer Kelchstütze des künftigen S21-Hauptbahnhofs.  (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)
Ein Blick ins Lichtauge einer Kelchstütze des künftigen S21-Hauptbahnhofs. Insgesamt 28 kelchförmige Stützen sollen einen Teil des Daches für die Bahnsteighalle bilden. Marijan Murat

Nach dpa-Informationen bleibt der Kostenrahmen von insgesamt 8,2 Milliarden Euro für das problembehaftete Bahnhofsprojekt bestehen und soll nicht überzogen werden. Der Risikopuffer ist in diesem Kostenrahmen bereits enthalten.

Wird Stuttgart 21 einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten?

Der Grünen Bahnexperte Matthias Gastel kritisierte, die Bahn gehe nach wie vor nicht ehrlich mit den Kosten um. Dass der Risikopuffer benötigt wird, zeigt nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten, dass der Zeitpunkt näher rückt, wo die veranschlagten 8,2 Milliarden Euro nicht reichen werden. Jeder wisse, dass Stuttgart 21 bei einem zweistelligen Milliardenbetrag enden werde, sagte Gastel. Auch, weil das Bauen immer teurer werde. Der Preis für den Bau einer Eisenbahnbrücke etwa sei innerhalb von zwei Jahren um 50 Prozent gestiegen.

An dem unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart wird seit neun Jahren gebaut. Bei Baubeginn lag der Kostenrahmen mit Risikopuffer noch bei 4,5 Milliarden Euro. Nach Verschiebungen wird angestrebt, dass die neue Station Ende 2025 betriebsbereit ist.

STAND