Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)

Waldgipfel für Baden-Württemberg Wie der Borkenkäfer dem Wald das Leben schwer macht

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Der Wald steckt in der Krise: Der Klimawandel beschert ihm häufigere Stürme, Hitze und Trockenheit – und damit Stress. Ideale Bedingungen für den Schädling Borkenkäfer.

Für den Wald ist der Klimawandel eine Plage, dem Borkenkäfer kommt er gerade recht. Er fühlt sich erst richtig wohl bei langen Wärmeperioden, mag schwache Bäume – denn es sind optimale Bedingungen, um sich massenhaft zu vermehren.

Die Käfer bohren sich durch die Baumrinde, legen dort Rammelkammer und verschiedene Gänge an, in denen die Larven abgelegt werden. Dabei zerstören sie wichtiges Gewebe – der Baum trocknet aus und stirbt.

Das Bohrmehl eines Borkenkäfers ist auf Buchenblättern zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)
Die Spuren des Borkenkäfers: Bohrmehl auf Blättern. picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

So massiv breitet sich der Borkenkäfer aus

Erste Exemplare des bis zu sechs Millimeter kleinen Käfers wurden in diesem Jahr schon Mitte April gesichtet. Die kalte Jahreszeit liegt ihm nicht, er mag es warm und trocken. Durch den Klimawandel hat sich seine Paarungszeit verlängert. Drei Generationen wie in diesem Jahr sind keine Seltenheit mehr.

Der Klimawandel bietet bevorzugte Lebensbedingungen

Viele von Stürmen geworfene oder geschädigte Bäume – das bedeutet viele Möglichkeiten, seine Brut anzulegen. Auch durch Hitze und Trockenheit geschwächte Bäume sind für Borkenkäfer ideal. Deren Borke ist nicht mehr hart genug, und sie produzieren auch nicht mehr genug Harz, um sich gegen die Schädlinge zu wehren.

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Kennzeichen für den Borkenkäfer-Befall

Kleine Harznasen am Baumstamm, braunes Bohrmehl von der Rinde am Fuß des Baums oder grüne Nadeln am Boden weisen darauf hin, dass sich hier Borkenkäfer eingenistet haben. Solche Bäume gilt es, möglichst rasch aus dem Wald zu entfernen, bevor die nächste Generation Jungkäfer ausfliegt und sich neue Brutbäume sucht. Das ist jedoch teilweise gar nicht so einfach, wie dieses Beispiel aus Staufen in Südbaden zeigt:

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW
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