Bäume in einem Wald mit lichten Stellen (Foto: Colourbox, SWR)

Trockenheit im Land Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt bereits jetzt vor Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg. Das hat mit dem heißen Sommer im vergangenen Jahr zu tun – und mit dem Klimawandel.

Dauer

In großen Teilen Baden-Württembergs herrscht eine mittlere Waldbrandgefahr. Für einige Bereiche, etwa in Nordbaden oder auf der Schwäbischen Alb, gab der DWD am Dienstag eine hohe Gefahrenstufe an. Am Mittwoch soll die Waldbrandgefahr vor allem im Osten des Landes noch zunehmen und an einigen Orten die höchste Gefahrenstufe erreichen. Im Hochschwarzwald herrscht dagegen sehr geringe oder geringe Waldbrandgefahr.

Heißer Sommer 2018 wirkt nach

Dass der DWD schon so früh im Jahr vor Waldbränden warnt, liegt aber nicht nur daran, dass es zur Zeit relativ trocken ist. Der heiße Sommer 2018, immerhin der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wirkt nach. 2018 hat es nach Angaben der Meteorologen nur halb so viel geregnet, wie es sonst im Sommer üblich ist. Das hat Folgen bis heute.

Die Böden sind immer noch viel zu trocken, vor allem in den tieferen Bodenschichten ab 60 Zentimetern besteht dieses Problem fast deutschlandweit. Im Winter hat es zwar normal viel geregnet, das konnte aber die Defizite des Sommers 2018 nicht ausgleichen. Im Boden fehlen zwischen 200 und 300 Liter Wasser pro Quadratmeter. Ein Problem, das man aus den Subtropen kennt, aber nicht aus Deutschland.

Hoffnung auf Regen ab Mittwoch

In den nächsten Tagen ist nach der Vorhersage des DWD mit einem Wetterwechsel zu rechnen. Bereits ab Mittwochabend kann es im Westteil Baden-Württembergs zu Schauern kommen. In der Folge muss im ganzen Land mit regnerischem Wetter gerechnet werden. Die Waldbrandgefahr soll sich dann verringern.

Der Regen wird dringend benötigt. Die forstwirtschaftlich viel genutzte Fichte etwa bildet bei Trockenheit weniger Baumharz, mit dem sie sich gegen den Borkenkäfer wehrt, der sich durch die Rinde bohrt. Weniger Harz bedeutet, dass der Käfer leichtes Spiel hat. Das wiederum schwächt die Bäume, die noch schneller verdorren und beim nächsten Sturm umfallen. So entsteht ein Teufelskreis, denn auf Leerflächen im Wald entweicht die Feuchtigkeit noch schneller aus dem Boden.

Deshalb wird versucht, den Wald an das Klima anzupassen. Seit Jahren werden mehr Laubbäume gepflanzt, um strukturreiche Mischwälder zu bekommen, die weniger anfällig sind. Aber solange die Laubbäume noch jung sind und die Wurzeln nicht so tief reichen, brauchen auch sie verstärkt Wasser von oben.

STAND