Viele Verkehrstote sterben durch überhöhte Geschwindigkeit. Raser (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Verkehrsunfallbilanz 2018 für Baden-Württemberg Strobl: Alle zwei Tage stirbt ein Mensch durch zu schnelles Fahren

Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr zwar gesunken, dennoch sterben noch viele Menschen durch zu schnelles Fahren. Das will der Innenminister von Baden-Württemberg ändern.

Dauer

Im vergangenen Jahr seien 161 Menschen ums Leben gekommen, weil sie selbst oder ein anderer Verkehrsteilnehmer sich nicht an die Tempo-Vorgaben hielten. Das berichtet Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag aus der Verkehrsunfallbilanz 2018.

Jeden zweiten Tag stirbt demnach ein Mensch durch viel zu schnelles Fahren. Deshalb wolle die baden-württembergische Polizei weiter konsequent gegen Raser auf den Straßen vorgehen, um die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zu senken.

Mehr Unfälle mit Fahrrädern und E-Bikes

Die nächsthäufigen Ursachen für tödlilche Unfälle waren Ablenkung am Steuer und Fahren ohne Sicherheitsgurt. Die Hälfte der Verkehrstoten hat es bei Unfällen mit Motorrädern und Lastwagen gegeben.

Mit über 12 Prozent sind die Unfälle mit Fahrrädern drastisch gestiegen. Dabei sind 68 Menschen ums Leben gekommen, 15 davon waren mit einem Pedelec unterwegs. Zwei Drittel der tödllich verunglückten Radler hatten keinen Helm getragen.

Auch die Zahl der Motorradunfälle  ist gestiegen, tödlich verunglückt sind dabei 101 Menschen, etwas weniger als im Vorjahr.

Thomas Strobl, CDU am 8.3.2019 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Thomas Strobl will gegen Raser vorgehen Picture Alliance

Zahl der Verletzten hat zugenommen

Die Zahl der Verkehrstoten insgesamt sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf 440. Damit kamen 18 Menschen weniger zu Tode als im Jahr 2017. Die Zahl der Verletzten hingegen nahm um 1,5 Prozent auf 48.554 zu.

Auch die Unfallzahl ging im vergangenen Jahr zurück: Von der Polizei wurden 323.986 Unfälle aufgenommen. Das war ein Prozent weniger im Jahr zuvor. Bei ungefähr 90 Prozent der Unfälle sei nur Sachschaden entstanden, so Strobl.

Tödlicher Unfall wohl wegen überhöhter Geschwindigkeit

Am Donnerstag hatte ein 20-Jähriger mit einem gemieteten Auto mutmaßlich einen tödlichen Unfall im Stuttgart verursacht. Am Freitag wurde bekannt, dass er mit 80 bis 100 Stundenkilometern unterwegs war. Das geht aus der vorläufigen Einschätzung eines Gutachters hervor, wie ein Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft sagte.

Maßnahmen gegen zu hohe Geschwindigkeit

Bereits am Donnerstag kündigte ein Sprecher des Innenministeriums an, dass bald fünf neue mobile Messanhänger für die mobile Geschwindigkeitsüberwachung im Land eingesetzt werden sollen.

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