Verkehr in Baden-Württemberg Reiseverkehr rollt - Stau-Chaos bleibt aus

Am Samstag sind die von Experten erwarteten Staus in Baden-Württemberg größtenteils ausgeblieben. Wegen des Ferienbeginns könnte es jedoch am Sonntag voll auf den Straßen werden.

In Baden-Württemberg ist es am Samstag - anders als erwartet - nur zu kleineren Staus gekommen. Verkehrsexperten des ADAC hatten eines der "schlimmsten Reisewochenenden" prognostiziert. Die Befürchtungen hatten sich bislang nicht bestätigt. Der Verkehr stockte lediglich an Baustellen, etwa auf der A5 bei Offenburg, so die SWR-Verkehrsredaktion.

Zähfließender Verkehr bei Leonberg auf der A8 (Foto: dpa Bildfunk, Fabian Sommer)
Zähfließender Verkehr bei Leonberg auf der A8 (Archiv) Fabian Sommer

"Bayern hat es schlimmer erwischt", sagte ein Sprecher des ADAC. Obwohl einzelne Staus teilweise für Stillstand sorgten und der Verkehr vor allem an vereinzelten Baustellen stockte, habe es zunächst keine größeren Behinderungen gegeben. Einzig auf der A7 zwischen Würzburg und Ulm staute sich der Verkehr aufgrund einer Baustelle in beiden Fahrtrichtungen. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bayern sind alle Bundesländer in die großen Ferien gestartet. Auch am Sonntag rechnet der ADAC mit einem hohen Verkehrsaufkommen, vor allem auf den Fernstraßen in den Süden.

Besonders belastet ist laut SWR-Verkehrsexperte Alex Fasske die A8 zwischen Karlsruhe über Stuttgart bis nach München. "Für Schwierigkeiten könnten eine Engstelle bei Pforzheim, die Baustelle bei Karlsruhe und der Albaufstieg sorgen", so Fasske. Auch auf der A5 von Frankfurt über Karlsruhe nach Basel werde es voll. Der Experte warnt vor einer Baustelle bei Bruchsal und langen Wartezeiten vor der Schweizer Grenze. Staugefahr sagt Fasske auch für die A6 von Kaiserslautern nach Mannheim voraus und für die A7 von Würzburg nach Ulm. Dort wird bei Ellenberg im Ostalbkreis der Virngrundtunnel saniert.

SWR-Verkehrsexperte: "Zu üblichen Berufsverkehrszeiten weniger los"

Auch auf den Autobahnen in Österreich, Kroatien, Frankreich, Italien und der Schweiz kann es zu Staus kommen, so der ADAC. In Österreich gelten außerdem auf Nebenstrecken entlang der Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn teilweise Fahrverbote. Bei der Fahrt zurück in die Heimat müssten sich Autofahrer an der Grenze nach Deutschland auf lange Wartezeiten bei den Einreisekontrollen einstellen.

Wer bei der Reiseplanung flexibel ist, solle erst am Montag oder Dienstag in Urlaub fahren, empfielt der SWR-Verkehrsexperte. Außerdem helfe es, bereits zwischen 3 und 4 Uhr aufzubrechen. "Wir haben festgestellt, dass während den üblichen Berufsverkehrszeiten weniger los ist", so Fasske. "Zwischen 9 und 16 Uhr kommt es dagegen vermehrt zu Staus." Das liege daran, dass alle Länder um Deutschland - wie Österreich, Frankreich, die Schweiz oder Belgien - derzeit Ferien haben und die Urlauber entweder durch Deutschland reisen oder Reiseziele hier hätten.

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