Burg Hohenzollern (Foto: Imago, Arnulf Hettrich)

Urlaub in Baden-Württemberg Achtes Rekordjahr beim BW-Tourismus

Tourismus in Baden-Württemberg boomt nach wie vor: Mehr als 53 Millionen Übernachtungen gab es 2018 im Land - das achte Rekordjahr in Folge.

Nach dem heißen Sommer 2018 steuert die Tourismusbranche auf ein Rekordjahr zu. Alles deute darauf hin, dass man die bisherige Marke von 52,9 Millionen Übernachtungen in Baden-Württemberg übertreffen werde, sagte der für Tourismus zuständige Justizminister Guido Wolf (CDU) am Montag auf der Reisemesse CMT in Stuttgart. Nach den bislang vorliegenden Zahlen bis November lagen die Übernachtungen mit 51,34 Millionen etwa 3,6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Gut ein Fünftel der Gäste stammten aus dem Ausland. Hier gebe es noch Potenzial, sagte Wolf. Bis November verzeichnete die Branche rund 21 Millionen Ankünfte, das sind 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Allein erstes Halbjahr 2018 schon stark

Schon im ersten Halbjahr 2018 zeichnete sich laut Statistischem Landesamt weiteres Wachstum beim Baden-Württemberg-Tourismus ab. Die Zahl der der Übernachtungen stieg im Durchschnitt um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Top-Steigerungen konnten dabei Freiburg (+14,8 Prozent), Esslingen (+10,3 Prozent), der Zollernalbkreis (+10,7 Prozent) und der Main-Tauber-Kreis (+10,5 Prozent) erzielen. Die Schwarzwald-Region scheint damit nach wie vor beliebt bei den Deutschland-Urlaubern beziehungsweise profitiert von dem Trend, im eigenen Land Urlaub zu machen, am meisten. Dies zeichnete sich bereits 2017 ab. Hier konnte auch der Ortenaukreis punkten, in dem der Europapark Rust liegt.

Insgesamt gaben die Touristen 2017 im Land 24,8 Milliarden Euro aus. Die rechnerische Zahl der Vollzeitarbeitsplätze im Tourismus stieg von 326.000 in 2015 auf 390.000 im Jahr 2017 und damit um fast 20 Prozent, so eine Studie des zuständigen Justizministeriums zum Tourismus in Baden-Württemberg.

Neue Qualitätsmerkmale: Umwelt und Nachhaltigkeit

Allerdings könne es nicht mit ewigen Steigerungen im Tourismus weitergehen, so Wolf. Zur Urlaubsqualität gehörten zunehmend Umweltaspekte und Nachhaltigkeit. Darauf spezialisieren sich immer mehr Reiseanbieter, auch aus Baden-Württemberg. Und das Land hat das Zertifikat "Nachhaltiges Reiseziel" ins Leben gerufen, bei dem laut eigener Angabe erstmalig in Deutschland alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit – ökonomisch, ökologisch und sozial – betrachtet werden. Ebenfalls ein immer noch wachsender Trend sind Wellness- und Gesundheitsurlaube. Hier prognostiziert das Institut für Freizeitwirtschaft bis zum Jahr 2020 mehr als 13 Millionen BW-Besucher.

Wachsender Tourismus Reiseziele in Baden-Württemberg

Der Schlossplatz in Stuttgart (Foto: Imago, Arnulf Hettrich)
Der Schlossplatz in Stuttgart Imago Arnulf Hettrich Bild in Detailansicht öffnen
Badberg am Kaiserstuhl im Schwarzwald Imago W. Willner Bild in Detailansicht öffnen
Fischerviertel in Ulm Imago Jürgen Ritter Bild in Detailansicht öffnen
Mountainbiken auf der Schwäbischen Alb Imago Ralf Schanze Bild in Detailansicht öffnen
Rottenburg-Wurmlingen Imago Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Insel Reichenau im Bodensee Imago imageBROKER Bild in Detailansicht öffnen
Heidelberg Imago Jochen Tack Bild in Detailansicht öffnen
Naturpark Obere Donau Imago Westend61 Bild in Detailansicht öffnen

Unterschiedliche Entwicklungsdynamiken Stadt und Land

Das Land Baden-Württemberg gibt zur Förderung der touristischen Infrastruktur immer mehr Geld aus; 2018 wurden 33 Projekte mit insgesamt fast 7,5 Millionen Euro gefördert. Justizminister Wolf nennt die Tourismusbranche in Baden-Württemberg eine "Leitökonomie". Aktuell wird nach einer umfassenden Studie zu Tourismus als Wirtschaftsfaktor die Tourismuskonzeption des Landes überarbeitet und voraussichtlich Mitte 2019 vorgestellt. Schon jetzt zeichnen sich neben den vielen Erfolgen auch Probleme ab. So ist die unterschiedliche Entwicklungsdynamik zwischen Städten und ländlichen Gebieten weiterhin ein Thema, vor allem im Zusammenhang mit der Kluft bei der Digitalisierung, die auch für Hotellerie und Gastgewerbe von enormer Bedeutung ist.

Eine weitere Rolle spielen Marketing und Qualität. Zum Beispiel ist die Gästezufriedenheit, bemessen aus Online-Kommentaren, laut des Deutschen Instituts für Fremdenverkehr der Universität München regional unterschiedlich. Für die Boom-Regionen Stuttgart und nördlicher Schwarzwald sowie die Schwäbische Alb und die Bodensee-Region hat sie 2017/18 abgenommen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW
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