Unwetter in Baden-Württemberg Bahnverkehr auch am Freitag noch gestört

Bei den schweren Unwettern am Donnerstag ist Baden-Württemberg vergleichsweise glimpflich davongekommen. Noch immer gibt es aber Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

Im Zugverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland kommt es auch am Freitag noch zu Einschränkungen. Im Südwesten seien ICE-, IC- und EC-Verbindungen betroffen, sagte eine Bahn-Sprecherin am Freitag in Stuttgart. So fielen die ICEs zwischen Hamburg und Stuttgart zunächst komplett aus. Seit 14 Uhr fahren sie wieder.

Die ICEs der Linie 25 starteten und endeten bis zum Nachmittag nicht wie geplant in Hamburg, sondern in Bremen oder Hannover. Der ICE von Kiel nach Basel verkehrte zunächst nur zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Basel. Beide Linien fahren nun wieder, nachdem die Trasse zwischen Hamburg und Hannover von den Sturmschäden befreit worden war.

Auch der IC zwischen Hamburg und Stuttgart und der IC von Hamburg nach Passau fuhren bis zum Nachmittag nicht ab und bis Hamburg, sondern ab und bis Köln beziehungsweise Dortmund. Der IC von Berlin nach Stuttgart fiel komplett aus.

Vor allem in Norddeutschland kommt es weiter zu Behinderungen. Fahrgäste können auf der Website der Bahn prüfen, ob ihre Verbindungen normal verkehren. Das schwere Unwetter war am Donnerstag auch über Teile Baden-Württembergs gezogen und hatte für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Vor allem umgestürzte Bäume forderten die Einsatzkräfte.

Ausfälle und Behinderungen im Bahnverkehr

Letztlich ließ das Sturmtief "Oriana" Baden-Württemberg vergleichsweise glimpflich davonkommen. Das Streckennetz blieb weitestgehend unbeschadet.

Streckenweise war der Bahnverkehr allerdings lahmgelegt, zum Beispiel zwischen Mannheim und Heilbronn. Hier hatte sich am Nachmittag am Rangierbahnhof in Mannheim ein Dachteil gelöst und war in die Oberleitung geflogen.

Zwischen Bad Wimpfen und Bad Rappenau (beide Kreis Heilbronn) war ein Baum auf die Schienen gestürzt. Der Lokführer musste am Donnerstagnachmittag eine Schnellbremsung einleiten. Die Polizei rückte an und evakuierte zusammen mit einem Mitarbeiter der Deutschen Bahn die etwa 60 Zuginsassen. Sie wurden zum etwa 800 Meter entfernten Bahnhof Bad Wimpfen gebracht. Verletzt wurde niemand.

180 Notrufe in Mannheim

Im Stadtgebiet Mannheim war die Feuerwehr stundenlang im Dauereinsatz. Innerhalb einer Stunde gingen mehr als 180 Notrufe ein, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Die Feuerwehrleute mussten demnach zu 52 Einsätzen ausrücken, überwiegend wegen umgestürzter Bäume. In anderen Fällen hatte aufgewirbelter Staub Brandmelder ausgelöst.

Ein Baum ist in Mannheim auf ein Auto gestürzt (Foto: picture-alliance / dpa, Michael Deines/PROMEDIAFOTO)
Ein Baum ist in Mannheim auf ein Auto gestürzt Michael Deines/PROMEDIAFOTO

35 Feuerwehreinsätze in Karlsruhe

35 Einsätze hatte wegen der kurzen, aber heftigen Unwetterfront die Feuerwehr im Kreis Karlsruhe. Hier waren etliche Keller voll Wasser gelaufen und umgestürzte Bäume sowie herabgefallene Äste mussten von den Straßen und aus einer Oberleitung einer Bahnstrecke beseitigt werden. Im Bereich der Bruhrainbahn bei Graben-Neudorf kam es zu einem Kabelbrand. Dabei wurden rund 20 Quadratmeter Böschung und Wiese enflammt, bevor die Feuerwehr den Brand löschen konnte.

Auch in Philippsburg waren an der dortigen Bahnlinie mehrere Bäume und größere Äste auf die Oberleitung gefallen und schlugen Funken. In Fellbach (Rems-Murr-Kreis) fiel ein Ast auf ein fahrendes Auto. Verletzt wurde niemand.

Es wird etwas kälter

Überraschend kam das Unwetter nach den hochsommerlichen Temperaturen freilich nicht. Doch zum Wochenende ist Abhilfe in Sicht. Laut einer Meteorologin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sei dann "der ganze Spuk vorbei". Eine Kaltfront schaffe die heiße und feuchte Luft der vergangenen Tage weg.

Am Samstag gebe es viel Sonnenschein mit bis zu 27 Grad, bevor am Sonntag mancherorts schon wieder die 30-Grad-Marke geknackt werden könne. Nach einem heißen Montag brächten Schauer und Gewitter in der kommenden Woche wieder etwas kühlere Temperaturen.

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