Ein Flugzeug des Typs Embraer 170175 der Fluggesellschaft HOP landet auf dem östlichen Teil der Start- und Landebahn des Manfred-Rommel-Flughafens. (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa (Symbolbild))

Unterschiede von Stadt zu Stadt Schule schwänzen vor Ferienbeginn kann Bußgeld kosten

Mit Ferienbeginn steigen auch die Flugpreise. Doch wer sparen will und sein Kind früher aus der Schule nimmt, könnte am Ende mehr bezahlen. Baden-Württembergs Kultusministerin appelliert an die Eltern.

Vor Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) Eltern kritisiert, die ihre Kinder vorzeitig aus der Schule nehmen. "Bei allem Verständnis für den günstigsten Flug oder die günstige Urlaubsreise, aber die Ferienzeiten gelten für alle gleichermaßen", sagte die Ministerin. "Wir alle müssen uns an Spielregeln halten." Sie appellierte an die Vorbildfunktion der Eltern und forderte sie auf, ihren Kindern Respekt und Wertschätzung gegenüber der Schule vorzuleben. Nach Angaben der städtischen Ordnungsämter und der Bundespolizei kommt es immer wieder vor, dass Eltern ihre Kinder vorzeitig aus der Schule nehmen, um früher in die Ferien zu gehen.

19.03.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin in Baden-Württemberg, antwortet bei einem Gespräch mit dpa-Journalisten auf Fragen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa)
Kultusministerin Eisenmann hat an die Vorbildfunktion der Eltern appelliert (Archivbild). picture alliance/Bernd Weissbrod/dpa

Freiburg verdoppelt Bußgeld

Mit Ferienbeginn steigen die Flugpreise. Wer früher fliegt, bezahlt also meist weniger. Am Ende könnten die Eltern allerdings draufzahlen, denn es drohen Bußgelder. Die Stadt Freiburg hat dieses Frühjahr die Bußgelder verdoppelt: von 50 auf 100 Euro je versäumten Schultag. Es habe sich in der Vergangenheit um Einzelfälle gehandelt. Dieses Jahr liefen allerdings schon sieben Bußgeldverfahren gegen Ferienverlängerer, so die Stadt.

In anderen Städten ist die Entwicklung schwer zu beurteilen, da die Fälle nicht zentral erfasst werden. Die Bußgelder variieren von Stadt zu Stadt. Heidelberg droht zwischen 100 und 150 Euro je Fall und im Wiederholungsfall 250 Euro an. Stuttgart veranschlagt im Schnitt 150 Euro je versäumten Schultag. Karlsruhe verlangt mindestens 200 Euro pro Fall - wenn Eltern eine nicht genehmigte Befreiung ignorieren, sogar mindestens 500 Euro. Hier sei aus den vergangenen Jahren allerdings nur ein Fall von Ferienverlängerung bekannt.

Bundespolizei kontrolliert nicht gezielt

Gezielte Kontrollen müssen Eltern oder Schüler nicht befürchten. "Es läuft keiner der Beamten der Bundespolizei jetzt hier am Flughafen beispielsweise durchs Terminal und sucht nach möglichen Minderjährigen", betonte Saskia Bredewald von der Bundespolizei am Stuttgarter Flughafen. Das gilt laut der Behörde auch für die übrigen Flughäfen im Land. Dennoch würden hin und wieder Eltern als "Beifang" erwischt, wie Bredewald sagte. Man hake bei Grenzkontrollen ab und zu nach, wenn es sich um möglicherweise schulpflichtige Kinder handele. Schulen können auch von sich aus aktiv werden und melden, dass ein Schüler unentschuldigt fehlt. Das komme in Stuttgart häufiger vor, als dass es Hinweise der Polizei gebe, heißt es von der Stadt.

Dass in den letzten Tagen vor den Ferien im Unterricht ohnehin nichts mehr passiere, lässt Matthias Schneider, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg, nicht gelten. Auch die Endphasen mit weniger Unterricht seien wichtig für den Klassenzusammenhalt. Ebenso zeigt Carsten Rees, Vorsitzender des Landeselternbeirats, kein Verständnis. Man wolle keine Schulgleitzeit.

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