Ein Motorrad liegt an einem Bahnübergang neben der Straße (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Julian Stähle/dpa (Symbolbild))

Unfallstatistik in Baden-Württemberg Halbjahresbilanz 2019: Zahl der Verkehrstoten gestiegen

Scherbenhaufen und Trümmer aus Blech: Jede Stunde ereignen sich drei Dutzend Unfälle in Baden-Württemberg. Zwar sank ihre Zahl im ersten Halbjahr 2019 leicht, dafür starben aber mehr Menschen.

In Weißbach (Hohenlohekreis) kracht am Sonntag ein Motorradfahrer in einen Bus und stirbt, am selben Tag kommt eine Frau auf einem Kraftrad nahe Aalen ums Leben, ein weiterer Motorradfahrer prallt auf einer Bundesstraße gegen ein Verkehrsschild, auch er überlebt den Unfall nicht. Mindestens drei tote Motorradfahrer an einem Tag. In den ersten sechs Monaten des Jahres sind deutlich mehr Biker auf den Straßen in Baden-Württemberg ums Leben gekommen als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres.

214 Verkehrstote in Baden-Württemberg

Insgesamt starben bei Verkehrsunfällen in Baden-Württemberg 214 Menschen, das sind drei mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. 50 von ihnen waren mit dem Motorrad unterwegs, im vergangenen Jahr waren es zwischen Januar und Juni noch 44. "Das ist ein trauriger Anstieg", sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU). "Mit der Entwicklung der Zahl von tödlichen Motorradunfällen bin ich nicht zufrieden."

Zahl der Verkehrsunfälle sinkt

Dabei hatte das Innenministerium im Frühjahr 2018 extra einen "5-Punkte-Plan für mehr Sicherheit in der Motorradsaison" aufgelegt. Er sieht unter anderem eine intensive Überwachung, das Entschärfen gefährlicher Strecken und kostenlose Technikchecks vor. Der Plan solle konsequent fortgeführt werden, so Strobl. Trotz der neuen Zahlen wird er aber nicht erweitert werden.

Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 von 159.347 auf 158.718 (minus 0,4 Prozent). Dabei wurden 18.064 Menschen leicht verletzt (minus 4,2 Prozent), 3.758 Personen erlitten schwere Verletzungen (minus 5,8 Prozent).

Auch die Zahl getöteter Fahrrad- oder E-Bike-Fahrer hat zugenommen, während die Zahl der Unfälle in diesem Bereich zurückging. Die traurige Bilanz: Zwischen Januar und Juni wurden noch 4.878 Unfälle gezählt (minus 5,8 Prozent), es starben allerdings 33 Fahrradfahrer (plus 18 Prozent). Einen Grund für die fatalen Folgen hat Innenminister Strobl bereits ausgemacht: "Bei den getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern trugen mehr als zwei Drittel keinen Helm", sagte er. "Die Schutzwirkung eines Fahrradhelms ist glasklar und unbestritten. Jedem muss klar sein: Helme können Leben retten."

Unfallursachen: Fahrer betrunken oder zu schnell unterwegs

Mehr als jeder zweite wurde in den ersten sechs Monaten auf baden-württembergischen Straßen getötet, weil ein Fahrer betrunken oder zu schnell unterwegs war. Strobl setzt zur Vermeidung von Unfällen auf Geschwindigkeitskontrollen und Aufklärungskampagnen zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat - eine Dachorganisation für 200 Mitgliedsorganisationen, darunter Ministerien, Automobilclubs, Versicherungen und Kirchen - fordert neben intensiveren Kontrollen auch schärfere Strafen. "Außerdem wird der Raum auf den Straßen immer knapper", sagt Sprecherin Carla Bormann. "Immer mehr Menschen müssen sich den Platz teilen."

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