Soldat des Vereins Uniter (Foto: Instagram Uniter)

Umstrittener Verein in Baden-Württemberg SPD drängt auf Aufklärung zu Soldatennetzwerk Uniter

Was treibt der umstrittene Verein Uniter in Baden-Württemberg? Das Innenministerium kann in einer Antwort an die SPD kein Licht ins Dunkel bringen. Die reagiert empört.

Berichte über Schießübungen von Uniter-Mitgliedern in Baden-Württemberg hatten die SPD-Landtagsfraktion alarmiert. Uniter ist ein Verein, in dem ehemalige Soldaten und Polizisten aktiv sind. Er steht im Verdacht, der rechten Szene nahezustehen. In einer Anfrage an die Landesregierung verlangte die SPD Aufklärung.

SPD fordert mehr Engagement von Strobl

Die Antwort, die dem SWR jetzt exklusiv vorliegt, liefert wenig Erkenntnisse. Da Uniter nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werde, wisse man nichts über Aktivitäten des Vereins. Möglicherweise habe es vorigen Sommer ein Schießtraining mit Softair-Waffen bei Heilbronn oder Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) gegeben.

Der SPD-Verfassungsschutz-Experte Boris Weirauch ist mit der Antwort unzufrieden. Der Gedanke, dass Polizisten und Ex-Soldaten sich zu paramilitärischen Übungen treffen, sei unerträglich. Innenminister Thomas Strobl (CDU) müsse Licht ins Dunkel bei Uniter bringen, sagte Weirauch. Die Sicherheitsbehörden müssten ein Lagebild liefern.

Harmlose Gemeinschaft oder rechtsextremer Verein?

Uniter selbst betont, auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen. Man sei eine Gemeinschaft, bei der sich ehemalige Elitesoldaten und Polizisten gegenseitig unterstützten und die Soldaten beim Übergang ins Zivilleben helfe.

Verschiedene Zeugen berichteten jedoch unter anderem von Umsturzfantasien, geheimen Waffendepots und Schießübungen. Bekannt wurde der Verein vor allem durch Ermittlungen gegen den stellvertretenden Vorsitzenden André S., der unter dem Namen "Hannibal" Chatgruppen leitete. Darin tauschten sich Mitglieder unter anderem über das Szenario eines Zusammenbruchs der politischen Ordnung in Deutschland aus.

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