Ein Arzt schaut sich eine Röntgenaufnahme an (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Gregor Fischer/dpa)

Umfrage unter Ärzten Work-Life-Balance bei Ärzten kaum vorhanden

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24-Stunden-Schichten, kaum Zeit zum Durchatmen, und oft leidet auch die Arbeit mit den Patienten darunter. Ein ganz normaler Arbeitstag von Klinikärzten. Das bestätigt auch eine Umfrage des Marburger Bunds.

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Sylvia Ottmüller ist Oberärztin der Frauenheilkunde im Klinikum Stuttgart. Sie arbeitet in 24-Stunden-Schichten. Aufgeteilt in acht Stunden Vollarbeit, dann 16 Stunden Bereitschaft, die eigentlich nur zur Hälfte mit Arbeit gefüllt sein sollte. "Bei dem, was in den letzten Jahren an Arbeitsbelastung und -verdichtung entstanden ist, kann das ganz oft nicht mehr eingehalten werden", sagte sie im SWR.

Eine Umfrage des Marburger Bunds unter 1.000 Ärzten bestätigt jetzt wohl auch: Der Klinikalltag wird immer härter. Gründe seien hoher Zeitdruck und permanente Arbeitsüberlastung.

Wenn es kommt, dann alles auf einmal

Oft häuften sich kritische Fälle immer dann, wenn sowieso schon viel los sei. "Unsere Personaldecken sind bei Ärzten und Pflegern wirklich so dünn gestrickt, dass sie darauf schlecht reagieren können", bemängelte Ottmüller. Dazu brauche man Unterstützung und "einfach ein paar Hände mehr".

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

"Familie und Freunde sind kein Modetrend"

Ärzte würden schon durch ihr Berufsethos zu Mehrarbeit gezwungen. "Wir sind gerne da, wir bleiben auch gerne für den Notfall und wir blieben auch gerne ein ganzes Stückchen länger." Wenn das aber regelmäßig und selbstverständlich passiere, und die Personaldecke deswegen genau so bleibe, dann gingen die meisten Ärztinnen und Ärzte über die Jahre in eine Überforderungssituation. "Das macht krank und unzufrieden und auch die Patientenversorgung leidet", sagte Ottmüller.

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