Das E-Rezept kann man an die Apotheke schicken (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uli Deck/dpa)

Testregionen Stuttgart und Kreis Tuttlingen Bundesweit einmaliges Pilotprojekt zu E-Rezepten vorgestellt

Baden-Württemberg soll zum Vorreiter für das elektronische Arzneimittel-Rezept werden. Sozialminister Lucha, Apothekerverband und Kassenärztliche Vereinigung haben am Donnerstag ein entsprechendes Pilotprojekt vorgestellt.

Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) nennt es eine Digitalisierung, die den Menschen nutzt. Seit wenigen Tagen gibt es das E-Rezept als Modellversuch – zunächst in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen. Der Versuch richtet sich an gesetzlich versicherte Patienten. "Mit dem Ansatz der Fernbehandlung erhoffen wir uns insbesondere für den ländlichen Raum Vorteile bei der medizinischen Versorgung", so Lucha.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Wenn Patienten die App "docdirekt" auf ihrem Smarthphone haben, können sie sich per Videoanruf beraten lassen und etwas verschrieben bekommen. Das Rezept leiten sie dann an eine Apotheke weiter – und die kann das Medikament auch nach Hause liefern. Mit einer Chatfunktion kann die Apotheke Kontakt zum Patienten aufnehmen. Zehn Apotheken machen bereits mit, über 50 sollen in Kürze hinzukommen. Der Patient hat laut der Projekteilnehmenden freie Wahl, welche Apotheke er nutzt.

Bald in ganz Baden-Württemberg?

Das Projekt ist bundesweit einmalig. Das Land Baden-Württemberg hat die Entwicklung mit einer Millionen Euro unterstützt. Lucha betont, Datenschutz habe dabei eine große Rolle gespielt. Ziel ist es, das E-Rezept möglichst bald in ganz Baden-Württemberg anbieten zu können. Im Rest Deutschlands könnte es im Lauf des kommenden Jahres starten. Experten rechnen damit, dass Ende nächsten Jahres 70 Prozent der Rezepte elektronisch ausgestellt werden.

STAND