Telemedizin Symbolbild (Foto: picture-alliance / dpa)

Telemedizin in Baden-Württemberg Baden-Württemberg will E-Rezept einführen

Elektronische Rezepte sollen jene aus Papier ersetzen und Vorteile bringen. Ab Frühjahr 2019 können Versicherte in Stuttgart und im Kreis Tuttlingen Erfahrungen damit sammeln.

Das E-Rezept ist die digitale Version eines Papierrezeptes vom Arzt und wird im Rahmen der Telemedizin entwickelt. Ab April 2019 sollen die ersten technischen Installationen für ein Modellprojekt in Apotheken und Arztpraxen vorgenommen werden. Das teilte ein Sprecher des Landesapothekerverbands Baden-Württembergs am Freitag mit. Das Projekt soll mit gesetzlich Krankenversicherten im Stadtkreis Stuttgart und dem Landkreis Tuttlingen beginnen.

Patient kann Apotheke selbst auswählen

Bei der Einführung des E-Rezeptes ist laut Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, darauf zu achten, "dass der Patient die Hoheit über seine Gesundheitsdaten behält". Dafür werde ein digitaler "Fachdienst Rezeptspeicher" eingerichtet. Dort sollen die Ärzte ein verschlüsseltes Rezept ablegen und der Patient könne später frei entscheiden, in welcher Apotheke er das Rezept einlösen will. Das Projekt ist ein Teil des telemedizinischen Modellprojekts "docdirekt" der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Im Rahmen dessen können sich Patienten per Video, Telefon oder Chat medizinisch beraten lassen.

"Vorreiter" Baden-Württemberg

Die Landesärztekammer hat im Frühjahr dieses Jahres die Berufsordnung gelockert und somit die Möglichkeiten für Telemedizin geöffnet. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) sieht Baden-Württemberg in einer Vorreiter-Position.

E-Rezepte seien besonders für ältere Menschen von Vorteil, so Lucha. Folgerezepte müssten nicht mehr beim Arzt abgeholt werden, sondern könnten in eine Apotheke der eigenen Wahl gesendet und das Medikament dort abgeholt werden, erklärte der Sozialminister vor wenigen Monaten bei einem Symposium zur Telemedizin.

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