Verkäuferin an der Käsetheke eines Supermarktes bedient ein älteres Paar. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Verhandlungsauftakt in Korntal-Münchingen Tarifverhandlungen im Einzelhandel vertagt

Im baden-württembergischen Einzelhandel ist die erste Runde der Tarifverhandlungen am Mittwochnachmittag ergebnislos zu Ende gegangen. Die Forderungen der Gewerkschaft seien zu hoch, so die Arbeitgeber.

Laut Gewerkschaft Verdi gab es keine Annäherung bei der ersten Runde der Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Einzelhandel. Die Arbeitgeber bewerteten die Forderungen von Verdi als zu hoch und realitätsfremd. Sie seien in der derzeitigen Situation des Einzelhandels unangemessen. Die Verhandlungen wurden auf den 6. Mai vertagt.

Dauer

Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Die Arbeitgeber machten der Gewerkschaft am Mittwoch in Korntal-Münchingen (Kreis Ludwigsburg) kein Angebot - für einen Verhandlungsauftakt nicht ungewöhnlich. Verdi hat sich für die Tarifverhandlungen ein klares Ziel gesetzt: Niemand soll im Einzelhandel weniger als 2.100 Euro im Monat verdienen. Dafür sollen die Löhne der Verkäuferinnen und Verkäufer um 6,5 Prozent steigen, mindestens aber um einen Euro pro Stunde.

Ein weiteres zentrales Anliegen von Verdi ist es, die Allgemeinverbindlichkeit wieder herzustellen. Die Tarifverträge sollen also wieder verpflichtend für alle Arbeitgeber einer Branche gelten. Anfang der 2000er Jahre war die Allgemeinverbindlichkeit im Einzelhandel von Arbeitgeberseite aufgekündigt worden. Seitdem hielten sich immer weniger Händler freiwillig an den Tarifvertrag.

Verdi: Wirtschaftliche Lage im Einzelhandel ist gut

Verdi schätzt die wirtschaftliche Lage im Einzelhandel als gut ein. Besonders im Lebensmitteleinzelhandel, bei Baumärkten und Möbelhändlern floriere das Geschäft, so Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke. Dem widersprechen die Arbeitgeber. Neben den Herausforderungen des Online-Handels gebe es auch immer mehr bürokratische Hürden. Sie rechnen mit schwierigen Verhandlungen.

Warnstreiks sind möglich

Die Gewerkschaft Verdi ließ noch offen, ob sie bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 6. Mai Warnstreiks in Baden-Württemberg organisieren will, um ihre Forderungen durchzusetzen.

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