Baden-Württemberg, Kirchheim unter Teck: Ein Schild mit der Aufschrift Rathaus hängt an einer Wand ( (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Tom Weller/dpa)

Rathaus-Chefs in BW Bürgermeister-Verband beklagt Bewerbermangel und Jux-Kandidaten

Die Suche nach Bürgermeister-Kandidaten wird immer schwieriger. Die Gründe für den Bewerbermangel sind vielfältig.

Sowohl der Deutsche Städte- und Gemeindebund als auch der Verband der Baden-Württembergischen Bürgermeister beklagen den Mangel an Bürgermeisterkandidaten in Baden-Württemberg. Das bestätigt eine Studie der Technischen Universität Darmstadt, die am Montag in Stuttgart vorgestellt wurde. Vor allem in kleineren Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern fehlt es demnach an Bewerbern.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Scharfe Tonlage im Netz

Der Verbandspräsident und parteilose Oberbürgermeister von Ditzingen (Kreis Ludwigsburg), Michael Makurath, nannte dafür mehrere Gründe: Es stiegen die Erwartungen, die an das Amt gestellt würden. Zudem könnten die Umgangsformen in sozialen Medien abschreckend sein - zumal diese auch in gewalttätige Übergriffe münden könnten. Auch über eine bessere Bezahlung von Bürgermeistern kleinerer Gemeinden müsse nachgedacht werden, so Makurath. Makurath beklagt außerdem, dass sich zu wenige Frauen für das Amt bewerben: Die meisten Bürgermeister im Land sind männlich und im Schnitt 50 Jahre alt.

Spaß-Bewerber erschweren die Wahlen

Außerdem gebe es laut Makurath immer mehr Jux-Kandidaten, die dem Amt schaden. In den Jahren 2008 bis 2015 hatten insgesamt 25 solcher Kandidaten in 278 verschiedenen Orten als Bürgermeister kandidiert. Das Problem aus Sicht des Verbandes: Häufig würden solche Spaß-Bewerber die Wahl hinterher anfechten, sodass die gewählten Bürgermeister ihr Amt monatelang nicht antreten können und in dieser Zeit auch kein Stimmrecht im Gemeinderat haben.

Um nicht ernst gemeinte Bewerbungen zu verhindern, fordert Makurath, dass alle Kandidaten Unterstützer-Unterschriften vorlegen müssen. Bislang sind diese nur in Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern vorgeschrieben. Der Landtag sollte nach Makuraths Meinung das Gesetz ändern. Ein abschreckendes Beispiel aus seiner Sicht: Im zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahl in Bad Herrenalb (Kreis Calw) standen im Herbst 35 Kandidaten zur Wahl, die meisten kamen von einer Satirepartei.

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