Eine Mutter (l) serviert Kindern Lasagne zum Mittagessen am 21.05.2015 in Stuttgart (Baden-Württemberg) in einer Kindertagesstätte.  (Foto: SWR)

Reaktion auf Bertelsmann-Studie Trotz höherer Belastung für Arme keine Gratis-Kitas

Kultusministerin Eisenmann (CDU) will die Kita-Gebühren im Land nicht abschaffen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hatte das gefordert. Sie sieht ärmere Familien benachteiligt.

Der am Montag veröffentlichten Erhebung "ElternZoom 2018" zufolge geben Familien, deren Einkommen in Deutschland unter der Armutsgrenze liegt, im Schnitt fast zehn Prozent ihres Geldes für die Kindertagesstättenplätze ihrer Kinder aus, 118 Euro im Monat. Besser gestellte Familien zahlen zwar 178 Euro. Das ist aber nur gut halb so viel vom Nettoeinkommen, nämlich 5,1 Prozent.

Dauer

Weniger Belastung in Berlin und RP

Baden-Württemberg liegt damit im bundesweiten Durchschnitt. Deutlich geringer sieht die Studie die Belastung von Familien durch die Kita-Gebühren beispielsweise in Berlin und Rheinland-Pfalz. Kostenlose Kinderbetreuungsplätze für alle zu schaffen, würde pro Jahr 7,3 Milliarden Euro kosten, so die Bertelsmann-Stiftung am Montag in Gütersloh. In Baden-Württemberg seien Kitas bisher nur für vier Prozent der Eltern kostenlos.

Mehr Qualität statt Gebührenfreiheit

Kultusministerin Susanne Eisenmann erteilte der Forderung am Montag eine klage Absage. Die CDU-Politikerin will statt Gebührenfreiheit lieber die Qualität in den Kitas fördern. Kleinkinder in Baden-Württemberg sollen besser beim Spracherwerb unterstützt werden. Die Details sollen mit den Städten und Gemeinden in einem "Pakt für gute Bildung" ausgehandelt werden.

"Kita-Gebühr nicht der richtige Weg"

Der SPD im Stuttgarter Landtag ist das allerdings zu wenig. Qualität und Gebührenfreiheit dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch im SWR. Er fordert, dass Baden-Württemberg Kindergärten allgemein billiger macht.

"Kitas, Kindergärten sind heutzutage keine reinen Betreuungseinrichtungen. Sie sind der Start in die Bildungskarriere eines Kindes."

Andreas Stoch, SPD

Stoch verwies auch auf Fördergeld vom Bund: So wolle der Bund in den kommenden drei Jahren Kinderbetreuung in ganz Deutschland mit 3,5 Milliarden Euro unterstützen.

STAND