Ein geflüchteter Syrer arbeitet an einer Maschine (Foto: SWR, Soeren Stache)

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Wohnsitzauflage behindert Geflüchtete bei der Jobsuche

Geflüchtete, denen einen bestimmte Wohnregion vorgeschrieben wird, haben einer Studie zufolge schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch Baden-Württemberg wäre demnach betroffen.

Wenn Geflüchtete wegen einer Wohnsitzauflage nicht ohne Genehmigung umziehen dürfen, senkt das die Wahrscheinlichkeit, dass sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das geht aus einer am Dienstag in Nürnberg veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Das Institut gehört zur Bundesagentur für Arbeit. Die geringere Wahrscheinlichkeit bezifferten die Forscher mit rund sechs Prozentpunkten. Befragt wurden 8.000 Geflüchtete.

Bereits 2016 hatte das IAB bei Untersuchungen zu Spätaussiedlern ermittelt, dass die Beschäftigungswahrscheinlichkeit mit einer Wohnsitzauflage um 20 Prozent sinkt.

Sieben Bundesländer mit Wohnsitzauflage

Regionale Wohnsitzauflagen für anerkannte Geflüchtete wurden 2016 auch in Baden-Württemberg eingeführt. Die Vorschrift auf Ebene von Landkreisen, Städten oder Gemeinden wenden zudem sechs weitere Bundesländer an: Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Einführung wurde unter anderem damit begründet, dass die Auflage die Versorgung mit Wohnraum, den Erwerb von Sprachkenntnissen und die Integration in den Arbeitsmarkt fördere.

Integration nicht verbessert

Die Umzugsverbote verhindern laut Studie allerdings oft den Auszug aus einer Gemeinschaftsunterkunft in eine private Wohnung. In Hinblick auf die Teilnahme an Integrationskursen und den Erwerb der deutschen Sprache zeigten sich keine eindeutigen Befunde, so die Forscher.

"Die bisherigen Ergebnisse sprechen nicht dafür, dass das Ziel des Gesetzes, die Integrationschancen von Geflüchteten durch die Einführung der Wohnsitzauflagen zu verbessern, tatsächlich erreicht wurde."

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Bei der Arbeitsmarktintegration und der dezentrale Unterbringung außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften sei sogar eher das Gegenteil der Fall.

Grundsätzlich haben es Geflüchtete auf dem deutschen Arbeitsmarkt schwer. Nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit nehmen sie vor allem Helferjobs an.

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