Strukturwandel im Autoland Baden-Württemberg Bürgermeister sieht Bosch-Stellenabbau als "Schlag" für Gmünd

Die Autobranche schwächelt - was das für das Autoland Baden-Württemberg bedeutet, zeigt sich nun in Schwäbisch Gmünd. Dort plant Zulieferer Bosch, tausend Stellen abzubauen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Ende Oktober wurde bekannt: Bosch AS will 1.000 Stellen in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) streichen. Bereits seit 2017 wurden 760 Arbeitsplätze abgebaut. Für die Stadt ist das ein großer Einschnitt: Der Stellenabbau bedeutet weniger Gewerbesteuer-Einnahmen. Auch der Einzelhandel werde spüren, wenn die Kaufkraft der Bürger schwinde, sagte Bürgermeister Joachim Bläse (CDU) dem SWR. Derzeit ist Bosch mit rund 5.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Schwäbisch Gmünd.

Bürgermeister Joachim Bläse (CDU) (Foto: SWR)
Joachim Bläse (CDU), Erster Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, sorgt sich um Steuereinnahmen.

Bürgermeister will Ausgaben prüfen

Er will als Folge des geplanten Stellenabbaus bestimmte Maßnahmen verschieben: "Ich habe zig' Sporthallen, in denen die Böden erneuert werden müssen. Nächstes Jahr gibt es dann nur einen Sportboden und die anderen Hallen rutschen dann nach hinten." Andere Ausgaben müssten ganz auf den Prüfstand.

"Es wird schon spürbar werden, dass sich die Rahmenbedingungen bei uns verändern."

Joachim Bläse (CDU), Bürgermeister Schwäbisch Gmünd

Trotzdem will Bläse nicht in Pessimismus versinken. Der Strukturwandel sei da, jetzt mit der ersten spürbaren Maßnahme. "Es werden sicherlich weitere folgen. Deshalb brauchen wir neue Arbeitsplätze." Zum Beispiel durch kleine Betriebe, die ihre Produktpalette erweitern. "Da bin ich zuversichtlich, dass wir das schaffen."

Sabrina und Manuel Tegas  (Foto: SWR)
Bosch AS-Mitarbeiter Sabrina und Manuel Tegas aus Schwäbisch Gmünd

Mit etwas Bauchweh zur Arbeit

In Baden-Württemberg hängen rund 470.000 Jobs direkt oder indirekt am Auto. Bosch-Mitarbeiter wie Sabrina und Manuel Tegas sind verunsichert. Das Haus des Ehepaars ist noch nicht abbezahlt. Man gehe jeden Tag mit etwas Bauchweh ins Geschäft, so Sabrina Tegas. Auf der Bank sei der Arbeitgeber Bosch kein Garant mehr für Kreditwürdigkeit. Das sieht auch ihr Mann so: "Man hat von einzelnen Kollegen leider schon mitbekommen, dass sie bei Banken gefragt werden: 'Wie sicher ist Ihr Arbeitsplatz bei Bosch?'

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