Auszubildende arbeiten an der Verdrahtung eines Schaltschranks (Foto: dpa Bildfunk, Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa-Bildfunk)

Start des Ausbildungsjahrs So werben Betriebe weiter um Auszubildende

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Über 54.000 junge Männer und Frauen haben am Montag in Baden-Württemberg ihre Ausbildung angefangen. Auf die sinkenden Bewerberzahlen reagieren die Betriebe mit mehr Anreizen.

Die Industrie- und Handelskammern (IHK) haben zum Ausbildungsstart in dieser Woche bekanntgegeben, dass insgesamt nur etwa 230 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen worden sind als im vergangenen Jahr. Trotzdem geht der Trend, nach dem Abitur ein Studium zu beginnen, weiter, und viele Betriebe haben weiterhin unbesetzte Ausbildungsplätze.

Einen leichten Rückgang der Neuverträge erwartet für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2019 auch Arne Leifels, Ökonom bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Er ist der Meinung, der leichte Anstieg der Azubi-Zahlen in den Jahren 2017 und 2018 sei nur ein vorübergehendes Phänomen gewesen, getragen vom Arbeitsmarktboom und der Integration von Flüchtlingen. Die duale Berufsausbildung kehre inzwischen zu ihrem langfristigen Trend zurück, so der KfW-Ökonom, „der durch sinkende Schülerzahlen und steigende Studierneigung klar negativ ist“.

Dauer

Die Unternehmen versuchen, auf der Suche nach Auszubildenden dieser Entwicklung mit verschiedenen Maßnahmen entgegen zu steuern.

So viel verdienen Auszubildende in den unterschiedlichen Branchen

Im Groß- und Außenhandel, der Metall- und Elektroindustrie oder auch im Öffentlichen Dienst verdient man im ersten Ausbildungsjahr am meisten, und zwar jeweils über 1.000 Euro im Monat. Auf der anderen Seite – zum Beispiel in der Säge- und Holzindustrie oder im Abbruch- und Abwrackgewerbe – gibt es dagegen unter 600 Euro pro Monat.

Betriebe schaffen Anreize für Azubis

  • Um junge Menschen anzulocken, gibt es bei manchen Unternehmen erst einmal finanzielle Zugeständnisse. So werben zum Beispiel größere Backbetriebe mit mehr Geld. Sie zahlen oft über dem Tarif oder bieten Bonuszahlungen für besonders gute Leistungen an.
  • Einige Branchen, zum Beispiel Raumausstatter, bieten ihren Auszubildenden ein Handy an – das soll dann nicht nur zum Telefonieren genutzt werden, sondern auch, um bei Instagram oder Facebook zu posten.
  • Darüber hinaus gibt es bei den meisten Handwerksbetrieben auch Gutscheine, zum Beispiel zum Tanken oder zum Essen. Oder die Azubis werden schon während der Ausbildung am Gewinn des Unternehmens beteiligt.
Ein Auszubildende zum Metzger bereitet (am 22.08.2016) bei einem Pressetermin Schweinemedaillons im Speckmantel vor. (Foto: dpa Bildfunk, (c) dpa, Fotograf: Henning Kaiser)
Auch Handwerksbetriebe sind auf der Suche nach Auszubildenden. (c) dpa, Fotograf: Henning Kaiser

Was Azubis tun können, wenn es in der Ausbildung Probleme gibt

Grundsätzlich lassen sich die meisten kleineren Probleme einfach lösen, indem man direkt mit den Vorgesetzten spricht.

Wenn es um ernstere Sachen geht, haben die meisten größeren Betriebe in aller Regel einen Betriebsrat und eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, die auch JAV genannt wird. Sie gestalten zum Einen die Ausbildung mit und sind auf der anderen Seite auch Ansprechpartner, wenn es zu größeren Problemen in der Ausbildung kommt. Gerade, wenn man zum Beispiel Stress mit dem Chef hat und deshalb nicht mit ihm darüber reden kann. Oder wenn man die Ausbildung vorzeitig beenden will. Meistens findet sich eine Lösung, mit der am Ende alle leben können.

Bei kleineren Betrieben, die keine solche Vertretung haben, können sich Auszubildende an die jeweiligen Gewerkschaften wenden, denn auch dort gibt es Ansprechpartner, die sich um Azubis kümmern.

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