Ein Erntehelfer im baden-württembergischen Oberkirch (Ortenaukreis). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Seeger/dpa)

Spargel- und Erdbeerernte mit Problemen Sonderkulturen: Verlust von Anbauflächen befürchtet

Der Mindestlohn, den Spargel- und Erbeerbauern ihren Erntehelfern zahlen müssen, könnte zum Problem werden. Mehrere Erzeugerverbände rechnen damit, dass es deshalb immer weniger Anbauflächen geben wird.

Der Geschäftsführer der Bruchsaler Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden (OGA) Hans Lehar, befürchtet ein Drittel Verlust an Ackerfläche. Neben den fehlenden Erntehelfern macht er auch den Mindestlohn verantwortlich, den die Landwirte den Saisonarbeiskräften zahlen müssen. Diesen Mehraufwand könnten die Bauern nicht komplett auf die Preise aufschlagen, weil Erdbeeren oder Spargel dann 40 oder 50 Prozent mehr kosten müssten. Und in Spanien oder Portugal, den Hauptkonkurrenten auf dem Markt, sei der Mindestlohn deutlich niedriger.

Problem fehlender Erntehelfer verschärft sich immer mehr

Seit Jahren ist die Zahl der Saisonarbeitskräfte rückläufig. Viele kamen aus Osteuropa, doch mittlerweile gibt es in Ländern wie Polen oder Rumänien genügend Arbeitsplätze. Bei der OGA kennt man Fälle, wo Erntehelfer nicht zur Arbeit nach Deutschland kamen, obwohl sie den Job zugesagt hatten. Geschäftsführer Lehar geht davon aus, dass man nach neuen Lösungen suchen muss, beispielsweise indem man Saisonarbeiter aus Ländern außerhalb der EU anwirbt. Die Bundesagentur für Arbeit steht nach Aussage einer Sprecherin bereits mit mehreren ausländischen Arbeitsverwaltungen in Kontakt, um entsprechende Vereinbarungen auszuhandeln. Das brauche aber Zeit, weil viele Fragen geklärt werden müssten.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hält diese Öffnung des Arbeitsmarktes für Saisonkräfte für dringend erforderlich. Er ist für Abkommen zwischen Deutschland und Staaten wie der Ukraine, Serbien, Mazedonien, Moldawien und Albanien. Der Deutschen Presseagentur sagte Hauk: "Das würde die Lage entspannen helfen."

Hand greift nach Spargel Archiv Bild (Foto: SWR)
Aktuell gibt es noch genug Hände für's Spargelstechen

Gutes Spargelwetter zu Beginn der Saison

Das milde Aprilwetter war für Spargelbauern in der Rhein-Neckar- und Rhein-Main-Region optimal. Die momentane Kühle hat Erdbeeren und Spargel allerdings etwas gebremst beim Wachsen und Reifen. Deshalb sind laut OGA die fehlenden Erntehelfer gerade noch kein Problem. Wenn allerdings jetzt das Wetter wärmer wird, gibt es auch mehr zu ernten - das werde eine Herausforderung, meint Lehar.

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