Azubi in Werkstatt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Felix Kästle/dpa)

Schwächelnde Konjunktur Aufträge im Maschinenbau gehen weiter zurück

Zum siebten Mal in Folge sind die Aufträge im deutschen Maschinenbau zurückgegangen. Die Maschinenbauer in Baden-Württemberg spüren den Abschwung in der Branche besonders deutlich.

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In Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr in der Maschinenbaubranche die Aufträge um 14 Prozent zurückgegangen, deutlich stärker als bundesweit. Bundesweit sind die Bestellungen im ersten Halbjahr um neun Prozent gesunken, gleich verteilt auf In- und Ausland. Die Maschinenbauer machen dafür vor allem die schwächelnde Weltkonjunktur und den Umbau in der Autobranche verantwortlich.

Man sehe noch keine Stornierungen auf breiter Front, so der Geschäftsführer des baden-württembergischen Verbands des VDMA, Dietrich Birk. Aber viele Firmen würden angesichts der Unsicherheiten abwarten. Außerdem hätten Firmen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr deutlich mehr investiert, entsprechend stärker sei jetzt der Rückgang.

Aufträge im Maschinenbau sinken – Nachfrage außerhalb der EU steigt

Bundesweit sind die Aufträge im deutschen Maschinenbau zum siebten Mal nacheinander zurückgegangen. Im Juni gab es weltweit fünf Prozent weniger Bestellungen. Das teilte der Branchenverband für Maschinen- und Anlagenbau, VDMA, mit. Rechnet man alle Aufträge im ersten Halbjahr zusammen, sind die Bestellungen aus dem In- und Ausland um insgesamt neun Prozent zurückgegangen, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Im Juni ist die Inlandsnachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 16 Prozent eingebrochen.

Positiv bewertet der VDMA Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern: Hier sei die Nachfrage nach Großanlagen im vergangenen Jahr schon hoch gewesen und aktuell im Juni noch einmal gestiegen, das komme extrem selten vor. Die größten Abnehmer für den deutschen Maschinenbau außerhalb der Eurozone sind die USA und China. Insgesamt gehen rund drei Viertel der Anlagen ins Ausland.

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Erstes Minus seit Jahren prognostiziert

Zum ersten Mal seit sechs Jahren rechnet Deutschlands zweitgrößter Industriezweig auch mit einem Minus für das Gesamtjahr. Vor ein paar Wochen hatte der VDMA seine Jahresprognose gekappt und rechnet jetzt mit einem Produktionsrückgang von zwei Prozent für 2019.

Auch der Landesverband Baden-Württemberg schraubt seine Erwartungen nach unten, und geht von einem Umsatzwachstum von nur noch weniger als ein Prozent aus.

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