Ein ICE fährt an einer Baustelle an einem Sandhaufen vorbei, im Vordergrund ist rot-weißes Absperrband zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Sanierung der Schnellfahrstrecke Bahn nennt Details zur Sperrung Mannheim-Stuttgart in 2020

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Die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart wird vom 10. April bis 31. Oktober 2020 zur Sanierung voll gesperrt. Bahnkunden müssen längere Reisezeiten und geänderte Strecken einplanen.

Ab April 2020 wird die knapp 30 Jahre alte Trasse saniert und ist deshalb über ein halbes Jahr lang nicht befahrbar. Zwischen Mannheim und Stuttgart braucht ein ICE heute weniger als 40 Minuten. Diese Fahrzeit wird sich während der Sanierung deutlich verlängern. Von Heidelberg nach Stuttgart rechnet die Bahn mit einem Plus von 30, zwischen Stuttgart und Mannheim mit einem Plus von 45 Minuten. Auf den Ersatzstrecken müssen die Züge oft langsamer fahren, außerdem können insgesamt nicht so viele Bahnen eingesetzt werden.

Für Fernziele, die über die Schnellfahrstrecke führen, wird das Angebot teilweise reduziert. Alle Änderungen arbeitet die Bahn vor Baubeginn in ihren Fahrplan ein. Ab Oktober sind die Änderungen im Buchungssystem der Bahn für die Kunden zu erkennen.

Weniger Verbindungen, Umleitungen und häufiger Umsteigen

"Der Ersatzfahrplan ist ziemlich abgespeckt im Vergleich zum normalen Fahrplan", sagt SWR-Bahnexperte Tobias Frey. "Viele Verbindungen werden komplett gestrichen. Zum Beispiel die ICE-Linie 47 zwischen Stuttgart und Düsseldorf." Die Züge zwischen Mannheim und Stuttgart müssen während der Bauzeit umgeleitet werden, sie fahren dann über Schwetzingen-Bruchsal-Mühlacker und brauchen daher deutlich länger zum Ziel.

Auch in Richtung Ulm oder München wird es Einschränkungen geben, weil in Richtung Süden weniger Züge fahren. Zudem müssen Bahnfahrer auch häufiger umsteigen, da es weniger Direktverbindungen geben wird. "Wer von Mannheim nach München möchte, muss dann häufig erst einmal in Stuttgart aussteigen und einen anderen Zug nehmen", so Tobias Frey.

Dauer

190 Kilometer Gleise, 400.000 Tonnen Schotter, 183 Millionen Euro

Kosten soll die Sanierung 183 Millionen Euro – Geld, das überwiegend der Bund zahlt. Unter anderem werden mehr als 400.000 Tonnen Schotter bewegt und 54 Weichen neu gebaut.

Auf der Schnellstrecke Stuttgart-Mannheim fahren im Augenblick täglich 185 Fern- und mehr als 20 Güterzüge. Wegen dieser hohen Belastung würden normale Reparaturen nicht mehr ausreichen, sagt die Bahn.

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