Montage von Leni Breymaier und Lars Castellucci vor einem roten Hintergrund. (Foto: picture-alliance / dpa, SWR)

Vorsitz der SPD Baden-Württemberg Gegenkandidat will Breymaier ablösen

Überraschung für Leni Breymaier: Die Chefin der Landes-SPD bekommt bei der Vorsitz-Wahl Ende November einen Gegenkandidaten: einen Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Rhein-Neckar.

Der Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci aus dem Wahlkreis Rhein-Neckar will beim nächsten Parteitag der SPD Baden-Württemberg am 24. November gegen die jetzige Vorsitzende Leni Breymaier antreten.

Der 44-jährige gebürtige Heidelberger Castellucci hat am Samstag seinen Hut in den Ring geworfen - Breymaier habe er zuvor angerufen. "Wenn man etwas verändern will, muss man auch den Mut haben anzutreten", sagte er in einem Gespräch mit dem SWR.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Breymaier reagierte eigenen Angaben zufolge erfreut. Dem SWR sagte sie:

"Jetzt haben wir die Chance, auf offener Bühne vor und mit unseren Mitgliedern zu debattieren, wenn nötig auch zu streiten, welchen Weg wir mit unserer Landes-SPD einschlagen wollen. Und ich wünsche mir, dass danach diese Entscheidung, egal wie sie ausfällt, von allen mitgetragen wird."

Leni Breymaier (Vorsitzende SPD Baden-Württemberg)

Dem Landesvorstand wolle sie empfehlen, die beiden Kandidaturen in einem Mitgliederentscheid klären zu lassen, sagte die 58-Jährige am Samstag in Stuttgart. "Ich habe da auch Lust weiterzumachen. Weil fertig ist man da nicht in zwei Jahren." Die SPD-Landesgeschäftsstelle soll ein Konzept zum Mitgliederentscheid erarbeiten, über das der Landesvorstand in der kommenden Woche entscheiden soll, wie ein SPD-Sprecher sagte.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Stoch, wollte sich auf SWR-Anfrage zu der Kandidatur-Ankündigung von Castellucci nicht äußern.

Kandidat will SPD "umkrempeln"

In Castelluccis Kandidatur steckt Kritik an der jetzigen Vorsitzenden: Die 58-jährige Breymaier führt die SPD Baden-Württemberg seit zwei Jahren. Zuletzt hatte es in der Partei deutlichen Unmut über ihre Führung gegeben. In den Umfragen liegen die Sozialdemokraten aktuell bei elf Prozent. Deswegen spürt Castellucci Rückenwind für seine Kandidatur. Er möchte die Partei umkrempeln. Die SPD dürfe sich nicht mehr mit sich selbst beschäftigen. Er wolle die SPD aber wieder zu einem "ernstzunehmenden Player" machen.

STAND