Rettungswagen des DRK mit Sanitätern (Foto: picture-alliance / dpa, Bernd Weißbrod)

DRK-Landesverbände reagieren auf SWR-Recherchen Rotes Kreuz fordert Transparenz im Rettungsdienst

Das Rote Kreuz (DRK) fordert in einem Positionspapier deutlich mehr Transparenz im Rettungsdienst in Baden-Württemberg. Dafür Anlass gegeben haben SWR-Recherchen.

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Im am Dienstag veröffentlichten Positionspapier zur Zukunft des Rettungsdienstes sprechen sich die beiden baden-württembergischen DRK-Verbände dafür aus, mehr Informationen zu veröffentlichen. Dazu gehören Planungsgrundlagen (sogenannte Bereichspläne), alle Ergebnisse und Beschlüsse von Gremien sowie Analysen der Qualitätssicherungsstelle.

Die Veröffentlichung kann das DRK allerdings nicht alleine umsetzen. Zuvor hatten sich aber schon die Krankenkassen und das Innenministerium für neue Transparenzregeln ausgesprochen. Damit es soweit kommt, muss nun der Landesausschuss für den Rettungsdienst eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Alle 34 Bereichsausschüsse auf Kreisebene müssen daraufhin noch ihre Satzungen ändern. Das DRK hatte den Forderungskatalog zum Rettungsdienst mit allen 50 Kreisverbänden intern abgestimmt.

SWR-Recherche: Hilfe im Notfall

Bislang veröffentlichten die zuständigen Planungsausschüsse des Rettungsdienstes nur sehr wenige Informationen: "Die Recherchen des SWR haben uns dazu bewegt, das zu fordern", erklärte Hans Heinz, Landesgeschäftsführer des DRK Baden-Württemberg. Der SWR hatte im Januar 2018 die Recherche "Hilfe im Notfall" veröffentlicht. Dadurch wurden zum ersten Mal detaillierte Daten zur Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes und diverse Planungsgrundlagen öffentlich.

Elf Forderungen für die Zukunft

Insgesamt hat das Rote Kreuz elf Forderungen zur Zukunft des Rettungsdienstes aufgestellt, unter anderem zur Ausbildung. Ein Hauptproblem der Organisationen sei nämlich der Personalmangel. Auch bei der Ausbildung neuer Rettungsdienst-Mitarbeiter gäbe es bürokratische Probleme. So würden beispielsweise an den Schulen für die Notfallsanitäter Fachlehrer fehlen. Bundesweit gäbe es nur ein paar pädagogische Fachkräfte, die gleichzeitig eine Ausbildung im Rettungsdienst hätten.

Eine Erste-Hilfe-Puppe wird "reanimiert" (Foto: picture-alliance / dpa)
Es fehlt an Lehrkräften im Rettungsdienst (Archiv).

Außerdem möchte das DRK die Leitstellen zu Zentren ausbauen, die verschiedene medizinische Hilfeleistungen aus einer Hand koordinieren. Um schneller die passende Klinik anfahren zu können, soll es nach den Vorstellungen des Roten Kreuzes künftig ein Online-Verzeichnis für die Krankenhäuser geben. Rettungswagen müssten dann nicht mehr telefonieren, sondern würden online sehen, welche Klinik aufnahmebereit ist.

Ziehen Landesregierung und DRK am selben Strang?

Im Januar hatte Innenminister Thomas Strobl (CDU) seine Vorstellung für den Rettungsdienst im Landtag vorgestellt. Sein Masterplan sieht landesweit einheitliche Vorgaben für die Leistellen vor. Strobl hatte auch eine landesweite Planung angekündigt. Dies würde die bisherigen Planungsaufgaben der Bereichsausschüsse auf Kreisebene weitestgehend überflüssig machen.

Von diesen Plänen findet sich recht wenig in den elf DRK-Forderungen. "Wir wollen eigene Akzente setzen", begründet Hans Heinz die Positionen des DRK. Deshalb befasse man sich auch nicht mit einer landesweiten Planung. "Wir begrüßen diese Pläne der Landesregierung – auch auf Kreisebene", bekräftigt DRK-Geschäftsführer Heinz, "solange die Verantwortung für die Umsetzung vor Ort in den Bereichsausschüssen bleibt."

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