Razzia wegen Scheinehen auch in Baden-Württemberg Ermittler gehen bundesweit gegen Schleuser vor

Mit einem großen Aufgebot sind Ermittler am Mittwoch unter anderem in Baden-Württemberg gegen Schleuser vorgegangen. Ein Gebäude in Stuttgart wurde durchsucht.

Beamte der Bundespolizei begleiten einen Mann zu einem Polizeifahrzeug (Foto: picture-alliance / dpa, Sebastian Willnow)
Beamte der Bundespolizei sind deutschlandweit gegen Schleuser vorgegangen, wie hier in Leipzig Sebastian Willnow

Insgesamt wurden nach Angaben der Bundespolizei 27 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Dabei wurden Beweismittel beschlagnahmt. Festnahmen gab es nicht. Neben Baden-Württemberg gab es Durchsuchungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Der Schwerpunkt des Einsatzes habe im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegen. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.

Laut Polizei gab es weitere Durchsuchungen in Stuttgart, Leipzig, Chemnitz, Wurzen, Wuppertal und Frankfurt am Main. Hintergrund der Durchsuchungen seien Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen, sagte ein Polizeisprecher. Hunderte Beamte waren im Einsatz.

In Stuttgart wurde ein Gebäude im Süden der Stadt durchsucht. Wie der Führungsstab in Pirna dem SWR sagte, wurden dabei Dokumente und Datenträger beschlagnahmt. Illegal sich in Deutschland aufhaltende Personen trafen die Beamten nicht.

Aufenthalt durch gefälsche Heiratsurkunden

Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft den drei Hauptbeschuldigten aus Indien und Pakistan demnach vor, indischen und pakistanischen Staatsangehörigen im großen Stil falsche oder gefälschte zypriotischen Eheschließungsurkunden beschafft zu haben. Diese sollen die Eheschließung mit EU-Bürgern bestätigt und dadurch die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland ermöglicht haben.

Außerdem sollen sie weitere Scheineheschließungen zwischen EU-Bürgern und Indern sowie Pakistanern in Dänemark organisiert haben. Das Verfahren richtet sich gegen insgesamt 34 Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat bereits seit dem Frühjahr 2017 in diesem Zusammenhang ermittelt.

Bei den Durchsuchungen wurden laut laut Bundespolizei außerdem sechs illegal eingereiste Personen aus Indien angetroffen und in Gewahrsam genommen. Sie gehören weder zum Kreis der Beschuldigten noch zu den mutmaßlich zum Schein verheirateten Männern.

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