Willi Balz (r), Gründer des Energie-Unternehmens Windreich AG, steht zum Auftakt des Prozesses um die Insolvenz des Windpark-Projektentwicklers Windreich im Gerichtssaal. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Fabian Sommer/dpa)

Prozess um Windpark-Projektentwickler Landgericht Stuttgart: Firmengründer Balz weist Vorwürfe zurück

Im Prozess um die Insolvenz der Firma Windreich aus Wolfschlugen (Kreis Esslingen) hat am Donnerstag der Hauptangeklagte ausgesagt. Der Unternehmer Balz wies alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Insolvenzverschleppung, Bilanzfälschung, Kreditbetrug: Die Liste der Tatvorwürfe der Staatsanwaltschaft im Fall Windreich ist lang. Willi Balz, Unternehmensgründer und Hauptangeklagter, nahm am Montag vor dem Landgericht Stuttgart ausführlich Stellung. Dabei griff er die Staatsanwaltschaft massiv an.

Von Unbekannten verleumdet

Die Behörde habe voreingenommen ermittelt. Dabei sei seine Unternehmensgruppe von Unbekannten verleumdet worden. Balz schilderte, dass in Briefen von 2012, die an Journalisten, Politiker und Banker gingen, behauptet wurde, Windreich sei eine Luftnummer - das neue Flowtex.

2013 Insolvenz angemeldet

Der Windpark-Projektentwickler Windreich hatte 2013 Insolvenz angemeldet. Die Staatsanwaltschaft ist aber der Ansicht, dass die Unternehmensgruppe schon sehr viel früher zahlungsunfähig war und Balz das gewusst, aber trotzdem seine Geschäfte fortgeführt und damit enormen Schaden angerichtet hat. Sie hat den 59-Jährigen deshalb unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und Betrugs angeklagt.

"Windreich war gut und solide unterwegs", sagte Balz. Vielmehr sei es die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft im März 2013 gewesen, die letztlich zur Insolvenz geführt habe. Dadurch sei ein unterschriftsreifes 200-Millionen-Euro-Projekt geplatzt.

Der Prozess hatte vergangene Woche mit der Verlesung der Anklage begonnen.

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