Pro Homöopathie "Die Wirksamkeit ist belegt"

Sollen Krankenkassen die Kosten für homöopathische Mittel tragen dürfen?
Michaela Geiger, Hausärztin mit Schwerpunkt Homöopathie in Neckarsulm (Landkreis Heilbronn) und erste Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), sagt Ja.

Ein homöopatisches Kügelchen zwischen Daumen und Zeigefinger einer Hand (Foto: dpa Bildfunk, Karl-Josef Hildenbrand)
Klein aber oho? Karl-Josef Hildenbrand

SWR: Wenn es so käme, dass die Krankenkassen Homöopathie nicht mehr bezahlen dürfen, würde Sie das treffen?

Michaela Geiger: Es träfe die Patientinnen und Patienten und somit die Bevölkerung natürlich sehr. Die Menschen, die die gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen, wären dann im Nachteil. Wir wünschen einen Medizin-Pluralismus und es ist wichtig, dass auch Jeder den Zugang zur Homöopathie hat.

Es wird der Homöopathie ja immer wieder vorgeworfen, dass es keinen Nachweis über ihre Wirksamkeit gibt. Warum gelingt es den Homöopathen eigentlich nicht, alle Kollegen zu überzeugen?

Wir haben Studien nicht nur in der Versorgungsforschung, auch in der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung. Die Wirksamkeit ist belegt. Und es obliegt ja jedem Einzelnen sich zu informieren und ich denke, am Ende des Tages ist für die Menschen die eigene Erfahrung das Entscheidende. Jeder soll seine freie Entscheidung treffen, ob er Homöopathie wünscht oder nicht. Aber zumindest im Pluralismus offen zu lassen, dass Jeder die Möglichkeit hat, von ihr Gebrauch zu machen.

Die Gegner werden jetzt sagen, die Wirksamkeit ist nicht belegt. Das beruht nur auf einem so genannten Placebo-Effekt.

Ich denke, letztlich entscheidet jeder mündige Bürger und jede mündige Bürgerin, was ihm gut tut und was ihm nicht gut tut, auch im Gesundheitswesen, in den Therapien. Ich denke, wichtig ist, die Mündigkeit des Patienten und der Patientin zu bewahren und sie sollen entscheiden. Wir sind alles Ärztinnen und Ärzte, die sehr wohl die Patientensicherheit und das Wohl des Patienten sehen und sehen eben die Homöopathie als eine Therapieoption von vielen in medizinischen Reigen.

Die kassenärztliche Vereinigung sagt: Das können sie ja machen, aber dann sollen sie selber dafür zahlen.

Jeder Mensch muss heute nach seinem Geldbeutel schauen. Was ihm möglich ist. Und da ist es wichtig, dass da jeder Zugang hat, so wie es in der Schweiz vorgelebt wird.

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