Preis für Schule aus Kreis Waldshut Zweitbeste Schule Deutschlands kommt aus Baden-Württemberg

Die Alemannenschule Wutöschingen (Kreis Waldshut) wurde als zweitbeste Schule Deutschlands ausgezeichnet. Die Schule erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis.

Dauer

Der Hauptpreis und somit 100.000 Euro ging am Mittwoch an die Gebrüder-Grimm-Schule aus Hamm in Nordrhein-Westfalen. In der Endauswahl um den Deutschen Schulpreis waren 15 Schulen aus ganz Deutschland. Neben der Alemannenschule Wutöschingen waren auch zwei weitere Schulen aus Baden-Württemberg nominiert, die Robert-Gerwig-Schule aus Singen am Hohentwiel (Kreis Konstanz) sowie die Elisabeth-von-Thadden-Schule aus Heidelberg. Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung in Kooperation mit der ARD und der Wochenzeitung "Die Zeit" verliehen.

Schüler schauen auf eine Leinwand und klatschen freudig in die Hände (Foto: SWR)
Schüler der Alemannenschule Wutöschingen verfolgten die Preisverleihung per Livestream mit.

Zweiter Preis für individuelles Konzept an Alemannenschule Wutöschingen

Blick in das Lernatelier der Alemannenschule Wutöschingen (Landkreis Waldshut). (Foto: Alemannenschule Wutöschingen)
Der Blick in das Lernatelier der Alemannenschule Wutöschingen (Landkreis Waldshut). Alemannenschule Wutöschingen

An der Alemannenschule Wutöschingen gibt es keine herkömmlichen Klassenzimmer. Stattdessen lernen die Schüler im sogenannten Lernhaus oder im Lerndorf - selbstorganisiert, vielfältig und unabhängig von Klassenstrukturen. Für "stilles Lernen" steht den Schüler das Lernatelier zur Verfügung, in dem jeder einen festen Platz hat. Zum gemeinsamen Lernen oder für Gruppenarbeiten gibt es den sogenannten Marktplatz. Außerdem versteht sich die komplette Gemeinde Wutöschingen als Lerndorf. Die Schüler haben auch die Möglichkeit, etwa im Rathaus, in einem Altenpflegeheim oder in einem Bauernhof zu lernen.

"Innerhalb weniger Jahre ist in Wutöschingen ein öffentlich wahrnehmbarer Lernraum entstanden, in dem sich ausgezeichnet beobachten lässt, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihrem gemeinsamen Lernen auf die Spur kommen und sich dabei ohne Angst auf eine ungewisse Zukunft einlassen."

Begründung der Jury des Deutschen Schulpreises

Im Video erhalten Sie einen Einblick in das Konzept der Alemannenschule Wutöschingen:

Anerkennungspreis für einzigartiges Schulgelände

Die Elisabeth-von-Tadden-Schule aus Heidelberg war auch für den Deutschen Schulpreis nominiert. Den Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro hat die Schule unter anderem erhalten, weil sie ein einzigartiges Schulgelände hat. Die Schulgebäude sind von einem denkmalgeschützten Park umgeben. Es gibt verschiedene Rückzugsmöglichkeiten, etwa einen Brunnen oder eine Kapelle. Außerdem legt die Schule großen Wert auf die Persönlichkeitsbildung ihrer Schüler. Sie werden ermutigt, früh Verantwortung zu übernehmen und Zivilcourage zu zeigen.

Anerkennungspreis geht an Schule in Singen

An der beruflichen Robert-Gerwig-Schule aus Singen am Hohentwiel (Landkreis Konstanz) lernen fast 2.000 Schüler aus 45 Nationen. Der Anerkennungspreis ging an die Schule für ihr eigenes Konzept der Integration jugendlicher Geflüchteter. Je nach Ausgangsbedingungen werden die Schüler in unterschiedlichen Klassen unterrichtet. Außerdem bekommen die Jugendlichen bei der Planung ihrer Schullaufbahn, bei der Praktikumssuche und bei Bewerbungen Hilfe von zwei Sozialarbeiterinnen.

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