Stetten am kalten Markt: Die Einsatzfahrzeuge der Polizei und der Bundeswehr stehen auf einem Parkplatz.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Tom Weller/dpa)

Polizei und Bundeswehr in Stetten am kalten Markt Schüsse und Bomben bei größter Anti-Terror-Übung Deutschlands

Rund 2.500 Polizisten, Soldaten und Hilfskräfte haben am Samstag in Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) bei einer Anti-Terror-Übung den Ernstfall geprobt. Laut Innenministerium war es die bisher größte Übung in Deutschland.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Das Szenario: Um kurz nach 9 Uhr explodierte am Samstag eine Autobombe auf dem Truppenübungsplatz in Stetten am kalten Markt, kurz darauf waren die ersten Schüsse zu hören, Menschen fielen zu Boden oder rannten schreiend davon.

Eine Übung in dieser Form und Größenordnung gab es dem Innenministerium zufolge noch nie in Baden-Württemberg. Bereits am Freitag wurde das Terrorszenario in einer Stabsrahmenübung hinter verschlossenen Türen durchgespielt.

Übung simuliert einen Anschlag in Konstanz

Dabei wurde ein Anschlag in der Konstanzer Fußgängerzone simuliert: Die Polizei ist dem Szenario zufolge so überlastet, dass sie die Hilfe der Bundeswehr anfordern muss. Mehrere Terroristen verübten Anschläge in der Konstanzer Innenstadt. Die Polizei musste die Lage rasch überblicken und die Terroristen überwältigen. Als die Einsatzkräfte das geschafft hatten, wurden die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser nach Sigmaringen, Konstanz und Friedrichshafen gebracht. Einige wurden mit Hubschraubern abtransportiert. Dort übten dann auch Ärzte und Krankenhausmitarbeiter den Ernstfall im Klinikalltag.

Experten von Bundeswehr, Polizei, Politik und der Gesundheitsversorgung beobachteten das Geschehen von einer Zuschauertribüne aus mit. Nach Angaben des Ministeriums gab es insgesamt zwei Übungsdurchgänge.

Statisten liegen während der Anti-Terror-Übung in Stetten am kalten Markt auf dem Boden (Foto: SWR)
Auch Statisten nehmen an der Großübung teil.

Strobl betont die Notwendigkeit solcher Großübungen

Der Anschlag von Halle habe vor Augen geführt, dass es wichtig ist, sich auf Situationen vorzubereiten, von denen man glaubt, dass sie nie eintreten werden, sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) nach der Übung.

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