Ein Polizeibeamter kniet während einer Pressevorführung im Rahmen einer Großübung der Bundespolizei und der Landespolizei Baden-Württemberg auf einem Gleis des Stuttgarter Hauptbahnhofs neben einem gespielten festgenommenen Täter. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)

Großübung BWTEX Gegen Terror: Polizei und Bundeswehr proben den Ernstfall

Polizei und Bundeswehr wollen Ende dieser Woche in einer gemeinsamen Übung den kompletten Einsatz bei einem Terroranschlag proben. Es ist eine Übung, die es in Baden-Württemberg so groß noch nie gab.

Simuliert wird dabei ein Terroranschlag von mehreren Tätern in der belebten Konstanzer Fußgängerzone. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, reale Anschläge dienten dabei ein Stück weit als Vorbild. Mit Details zum Szenario ist das Ministerium zurückhaltend, weil die beteiligten Einsatzkräfte vorher nicht zuviel erfahren sollen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass die echte Fußgängerzone von Konstanz nicht als Kulisse dienen wird, schließlich wolle man die Stadt ja nicht lahmlegen, so der Sprecher.

Die Übung ist zweigeteilt. Vom ersten Teil am kommenden Freitag bekommen nur die Einsatzkräfte selbst etwas mit - er findet hinter verschlossenen Türen statt. Dort proben Stabskräfte an den Standorten Berlin, Stuttgart, Konstanz, Karlsruhe, Göppingen und Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen), wie Alarmketten, Kommunikation und Koordination funktionieren. Eine ähnliche Übung vor zwei Jahren in sechs Bundesländern hatte gezeigt, dass dort noch einiges verbessert werden muss.

Schwer bewaffnete Polizisten (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/ Sven Hoppe/dpa)
Die gemeinsame Anti-Terrorübung Getex von sechs Bundesländern im Jahr 2017 hat Defizite bei der Kommunikation offenbart picture alliance/ Sven Hoppe/dpa

Am Wochenende kommen dann 2.500 Männer und Frauen zum Einsatz, die meisten davon Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleute und Katastrophenhelfer. Auch Hubschrauber und gepanzerte Fahrzeuge sind beteiligt. Die Konstanzer Innenstadt wird dafür kurzerhand auf dem Truppenübungsplatz von Stetten am kalten Markt simuliert, ein paar reale Gebäude nachgebaut.

300 Statisten mimen Fußgänger und Terroropfer. Sie müssen "gerettet" und in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Die "Schwer- und Leichtverletzten" sollen per Hubschrauber und am Boden transportiert werden. Für ihre medizinische Versorgung stehen 450 Mitarbeiter an den Kliniken Friedrichshafen und Konstanz und im Krankenhaus Sigmaringen parat.

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