Schulkinder mit Ranzen (Foto: SWR)

Pilotprojekt "Sommerschulen" in Baden-Württemberg Manche Schüler haben kürzere Sommerferien

Heute beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien. Für einige Grundschüler gilt dieses Jahr erstmalig eine Ausnahme: Kinder mit Förderbedarf können in den Ferien in Sommerschulen lernen.

In mehr als 40 sogenannten Sommerschulen werden rund 1.100 schwächere Schüler Lesen, Schreiben und Rechnen üben. Erstmals in diesem Jahr wird das Pilotprojekt auch an acht Grundschulen angeboten. Bislang konnten nur weiterführende Schularten ohne Gymnasium nach Klasse sieben teilnehmen. Die meisten Sommerschulen öffnen laut Kultusministerium in den letzten beiden Wochen der Sommerferien.

Beteiligte Grundschulen sind unter anderem in Schwäbisch Hall (Grundschule Rollhof), Stuttgart (Elise von König-Grundschule) und in Bruchsal (Konrad-Adenauer-Schule).

Eisenmann will Motivationsschub

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) verspricht sich für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf einen Motivationsschub für einen erfolgreichen Start ins neue Schuljahr. Dieses beginnt am 10. September.  

Laut Kultusministerium hat ein Kabinettsausschuss auch der Einrichtung von "Sommerschulen an Beruflichen Gymnasien im Ländlichen Raum" zugestimmt. An sechs Pilotstandorten sollen diese über drei Jahre stattfinden. An diesem Pilotprojekt sind unter anderem das Berufsschulzentrum Stockach (Kreis Konstanz), die Gewerbliche Schule Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und die Richart-von-Weizsäcker-Schule Öhringen (Hohenlohekreis) beteiligt.

Kein Drama bei schlechten Noten

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnte Eltern, bei schlechten Zeugnisnoten oder Nicht-Versetzung ein Drama zu inszenieren. "Für Eltern, die während des Schuljahres in Kontakt mit den Lehrern gestanden und sich laufend über Leistungen und Lernfortschritte ihres Kindes informiert haben, dürfte der Zeugnistag keine allzu großen Überraschungen bereithalten", sagte ein Verbandssprecher. Zeugnisse bewerteten immer nur einen kleineren Ausschnitt der Schülerpersönlichkeit - und zwar aus Sicht der Schule.

Unterstützung und eine Verhaltensänderung des Schülers könnten im kommenden Schuljahr wieder zu erheblich besseren Ergebnissen führen. Der Verband beklagt, dass an den meisten Schulen zu wenig Stütz- und Fördermaßnahmen angeboten werden, weil die entsprechenden Lehrerstunden fehlen.

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