Ein Messdiener entzündet in der Osternacht vor der Basilika in Weingarten die Osterkerze als Symbol für die Auferstehung Christi. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Felix Kästle/dpa)

Osterbotschaften in Baden-Württemberg Bischöfe: Mit Engagement das Osterlicht aufleuchten lassen

In ihren Osterpredigten haben die vier Bischöfe im Land am Sonntag dazu aufgerufen, sich für andere zu engagieren. Erschütterung lösten die Nachrichten über die Anschläge in Sri Lanka aus.

Zu den Anschlägen in Sri Lanka auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag äußerte sich der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst auf Anfrage. Er zeigte sich erschüttert. "Unschuldige Menschen am höchsten Festtag der Christenheit beim Gottesdienst in der Kirche zu töten, ist eiskalt, zynisch und hinterhältig. Ich bete für die Opfer - auch jene, die in den Hotels ermordet wurden - ihre Familien und die vielen, vielen Verletzten." So viel Hass ausgerechnet an Ostern erleben zu müssen, dem Fest der Auferstehung Christi, tue sehr weh, sagte der katholische Bischof.

Auch der katholische Freiburger Erzbischof Stephan Burger zeigte sich erschüttert über die Anschläge in Sri Lanka. "Denn gerade an Ostern feiern wir doch, dass die Liebe stärker ist als der Hass," so Burger. "Ich bete für die Opfer und ihre Angehörigen, dass sie die Kraft finden, ihre Trauer im Licht von Ostern zu überwinden und in Hoffnung zu verwandeln."

Die evangelische Landeskirche Baden äußerte ihre Anteilnahme auf Twitter:

Wir trauern um die vielen Todesopfer und Verletzten in #SriLanka. https://t.co/kJXNMumSeW

Osterpredigten im Zeichen von Solidarität und Mut

Am Morgen hatten die Bischöfe des Landes in ihren Osterpredigten für ein solidarisches Handeln geworben. Für den katholischen Freiburger Erzbischof Stephan Burger geht von Ostern ein Signal aus gegen Hass, Intoleranz und gegen einen verantwortungslosen Umgang mit Natur und Umwelt. Christen glaubten daran, dass Gott von Schuld, Schmerzen und Leid befreie, sagte Burger am Sonntag im Freiburger Münster. Diese Hoffnung verbinde Menschen über alle Grenzen hinweg. "Hier geht es um eine gemeinsame Hoffnung auf Leben, die den Minenarbeiter in Peru, den Fischer und Reisbauer auf den Philippinen mit seiner Familie, die Fließbandarbeiterin bei uns, die Pflegekraft und Erzieherin sowie unzählige andere, unabhängig von ihrer Herkunft und Qualifikation, miteinander verbindet", sagte Burger in seiner Osterpredigt. Christen seien aufgerufen, mit ihrer "gelebten Hoffnung und Solidarität" in die Gesellschaft hineinzuwirken und sich dabei beispielsweise auch für Umweltschutz zu engagieren.

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Cornelius-Bundschuh: Mut, sich nicht den Drohungen der Mächtigen zu beugen

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, warb in seiner Predigt in Karlsruhe für Besuche bei trauernden Menschen. Die Trauernden warteten und sollten nicht nur von speziellen Besuchsdiensten begleitet werden. Das sollten auch Verwandte und Nachbarn tun, denn das gehöre zum "Priestertum aller Getauften". Auch Konfirmanden könnten Trauernde besuchen und "kleine Schritte der Auferstehung gehen", sagte Cornelius-Bundschuh.

Mit der Auferstehung von Jesus Christus von den Toten komme eine neue Wirklichkeit ins Leben. Diese neue Wirklichkeit mache aufmerksam für die Not anderer Menschen und gebe Mut, sich nicht den Drohungen der Mächtigen zu beugen, so der Bischof.

Fürst: Christen dürfen sich nicht von der dunklen Seite der Welt abwenden

Auch der katholische Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst rief in seiner Osterpredigt zum Engagement für leidende, hungernde und arme Menschen auf. Christen müssten sich denjenigen zuwenden, "die sich aufgegeben haben und die verzweifelt sind", sagte Fürst am Sonntag in der Stuttgarter Eberhardskirche. Viele Probleme seien in der heutigen, hoch entwickelten Welt gelöst, so Fürst. Dennoch blieben dunkle Erfahrungen wie Kriege, Krankheit, Hunger, Einsamkeit und der "unausweichliche Tod" bestehen. Christen dürften sich aus den dunklen Seiten der Welt nicht heraushalten, sondern müssten "das Leben gestalten", sagte der Bischof. Ostern lade dazu ein, aufgeweckt und auferweckt zu leben.

July: "Gott auf Schadenersatz verklagen"

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, sieht in Ostern ein Zeichen göttlicher Zuwendung. "Die Menschen und die Welt bleiben nicht sich selbst überlassen", sagte July am Sonntag in seinen Predigten in Schopfloch und Unteriflingen (Kreis Freudenstadt), wie die Landeskirche mitteilte. "Eigentlich müssten all die Gewaltherrscher, die grausamen Sadisten, die Verräter, die Friedlosen dieser Welt Gott auf Schadenersatz verklagen", sagte der Bischof. Denn das Osterevangelium sei für sie alle "geschäftsschädigend". Österliche Menschen könnten in Barmherzigkeit, Frieden, Nächstenliebe und gesellschaftlichem Engagement etwas vom Osterlicht aufleuchten lassen, unterstrich July.

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